wie sie sie empfangen hatten. Sie ordneten noch insbesondere die Vornehmsten der Stadt ab, die den heiligen Leib mit Fackeln bis in unsere Stadt Annecy begleiteten.
Als sich derselbe dieser Stadt näherte, strömte alles Volk haufenweise hinzu, um die Leiche seines heiligen Hirten mit so viel Thranen und so viel Schmerz zu beehren, das; es sich nicht aussprechen läßt, obgleich es ihnen einigen Trost gewährte, daß dieß heilige Kleinod in ihrer Mitte bleiben sollte. Wir Klosterfrauen von der Heimsuchung vergingen fast in unserm Leid, und es war uns ums Herz, als müßte es nie mehr eine Freude haben können; so sehr hatte uns der Schmerz über den Verlust eines so heiligen Vaters und liebreichen Beschützers ergriffen! Unser einziger Trost war der göttliche Wille und die Heiligkeit dieses Seligen, die uns das Vertrauen einflößten, daß er seine väterliche Obhut auch fernerhin werde über uns walten lassen.
Er wurde sehr ehrenvoll in der Kirche des heiligen Grabes über dem Grabe eines heiligen Mönchs, der heilige Andreas genannt, ausgesetzt, bis die Kathedralkirche zu seiner Aufnahme in Bereitschaft gebracht war. Das Volk jeden Standes, sogar die hier garnisonirenden lotharingischen Soldaten, umgaben diesen heiligen Leib. Sie drängten sich um die Wette hin, den Sarg zu küssen, oder etwas von dem, was daran war, zu berühren; sie nahmen die Tragseile, und theilten sie unter sich.

