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schönes Ganze, gleichsam als ein in sich vollendetes Kunst- ? werk des kirchlichen Geistes, als das Drama der christli­chen Religion zu erfassen und zu begreifen. Das hat Wiseman wohl eingesehen, als er sich zur Aufgabe setzte, die Liturgie der stillen Woche nach ihren wesentlichen Be­ziehungen darzuftellen, wobei er zugleich sich auch in den rechten Gesichtskreis gestellt hat, nämlich in den der päpst­lichen Kapelle, die als der Mittelpunkt für katholischen Gottesdienst betrachtet werden muß. So ist es ihm denn auch, wie von einem in diesem Fache so ausgezeichneten Manne zu erwarten war, gelungen, die Bezüge und Ver­hältnisse der katholischen Liturgie in der Leidenswoche zu , christlicher Kunst und christlich - religiösem und sittlichem ! Leben der Völker zu allen Zeiten, in wenigen, aber sichern ! und treffenden Zügen vollständig darzustellen in der kleinen, aber gehaltvollen Schrift, die wir hier zur Anzeige bringen.

Sie besteht aus 4 im Jahre 1837 zu Nom im Han­se des verstorbenen Cardinals Weld gehaltenen Vor­trägen.

Der erste Vortrag behandelt die äussern Verhältnisse der Liturgie der stillen Woche zu der christlichen Kunst. Nachdem der Verfasser, in gedrängter Kürze, die gottes­dienstlichen Handlungen angedeutet, welche die Liturgie der Charwoche bilden, geht er zur eigentlichen Entwicklung sei- ! nes Stoffes über. Dieser Liturgie, sagt er, verdankt das größte Werk der modernen Baukunst seine Entstehuug; ohne sie gäbe es keine Peterskirche, keine Sixtinische Kapelle; ! ohne sie wären jene schöpferischen Geister, welche die Wun­der geschaffen, vor denen das staunende Auge mit immer größerer Bewunderung weilet, nie erweckt worden. Diese > liturgischen Handlungen waren die eigentliche Schule, oder richtiger, der eigentliche Stoff, an welchem die Kunst sich genähret und ausgebildet hat. Diese Ansicht beweiset der Verfasser sehr bündig durch eine kurze Geschichte der Kunst, wo es jedem anschaulich wird, daß je inniger das religi- ; öse Gefühl den Künstler belebte, desto vollkommner auch und reiner die von ihm geschaffenen Werke waren: Man darf nur mit einiger Aufmerksamkeit die Werke der ältern Meister durchgehen, um sich zur Genüge zu überzeugen, daß dieselben ihre Muster nirgend anders gesucht, und