105
so daß darüber nicht gehört werden konnte, was er sagte, wartete Herr Tooke lieber, als daß er die andern Beiden befragte. Nachdem die ganze Geschichte mit aller ihrer Schimpflichkeit von Lamb's eigenen Lippen erzählt worden war, äußerte der Gebieter seinen Unwillen. Er sagte Nichts über das Geld, Nichts davon, wie Hugo wieder zu seinem Verlust kommen sollte. Vermuthlich hielt er es für das Beste, sie für ihre Thorheit mit dem Verlust des Geldes zu bestrafen. Er übergab die kleinen Knaben den Händen des Herrn Carnaby, um ausgeprügelt zu werden, „um ihnen eine kleine Erinnerung zu geben", wie er sagte, obgleich sie selbst sehr wohl fühlten, daß sie die Geschichte nie vergessen würden. Lamb mußte dableiben, weil ihn der Gebieter eigenhändig züchtigen wollte.
Obgleich Lamb wußte, daß er tüchtig durchgehauen werden würde, und obgleich er der feigste Junge in der ganzen Schule war, litt er doch nicht so viel als Hugo bei dem Gedanken, geprügelt zu werden, — überhaupt Strafe zu bekommen. Philipp, der seines Bruders Gesicht genau kannte, sah, als er an ihm vorüberging, wie unglücklich er war, — zu unglücklich, um weinen zu können; und Philipp zupfte ihm am Aermel und flüsterte ihm zu, daß er sich die Schläge nicht zu Herzen nehmen sollte, — es wären nur ein paar Hiebe über die Schultern. — Hugo schüttelte den Kopf, als ob er sagen wollte: „Ach! das ist es nicht."
Nein, — es war nicht der Schmerz, den er fürchtete. Es war Scham, Angesichts der Schule gezüchtigt zu werden, und noch dazu unverdient, wie er fühlte.

