12 Einleitung.
Neichsritterschaft war, fürchtete gewaltsame Auftritte, und vermochte den Kaiser, zu gestatten, daß man versuche, Luther durch Güte zu bewegen, von seinem Beginnen abzustehen. Die Kurfürsten von Trier und Brandenburg, der Herzog Georg von Sachsen und die Bischöfe von Augsburg und Brandenburg unterzogen sich dem Aufträge. Luther blieb aber fest, und schnitt zuletzt selbst jede weitere Erörterung mit den Worten ab: «Ist dieses Werk ein Mcnschenwerk, so wird es aus sich zergehen; ist es aber von Gott, so werdet Ihr es nicht zerstören können!«
Da sonach jede Hoffnung schwand, Lnther zur Wiedervereinigung mit der Kirche zu vermögen, ließ ihn der Kaiser entbieten, er solle seinen Rückweg nehmen, wozu er einundzwanzig Tage sicheres Geleit habe. Am 26 . April verließ Luther Worms, wurde aber, da die kaiserliche Acht vorauszusehen war, auf Befehl des Kurfürsten Friedrich von Sachsen von vermummten Reitern aufgehoben und nach der Wartburg gebracht, wo er längere Zeit in Verborgenheit lebte. Karl erklärte Luther wirklich als offenbaren Ketzer, so wie alle diejenigen, welche ihm anhangcn oder ihn schützen würden, in die Reichsacht. Er gebot, seine Bücher aller Orten zu verbrennen, zu suchen, sich seiner Person zu bemächtigen, und ihn so lange gefangen zu halten, bis weitere Befehle eintreffen würden. Das war der Hauptinhalt des sogenannten Wormser Edictes, mit welchem der römische Hof und der Kaiser, Luther und seine Lehre für immer zermalmt zu haben glaubten.
Die kaiserliche Acht blieb aber ohne Wirkung, da Luther in sicherer Verborgenheit lebte, und Kaiser Karl selbst, durch die spanischen und französischen Verhältnisse abgerufen, gleich nach dem Schluffe des Reichstages Deutschland verließ und es erst nach mehreren Jahren wieder betrat. In dieser Zeit kräftigte sich die Reformation, doch geschah es nicht sogleich, daß deutsche Fürsten sich zu ihr förmlich bekannten. Das Wort Freiheit,

