I.

Von einer lebendigen Hoffnung zunächst nur spricht der Apostel in unserem Terte.

Und Hoffnung, Zukunft bedarf des Menschen Gemüth durchaus; lebt es doch größtentheils nicht bloß in der Gegenwart, sondern eben so sehr in der Zukunft; jederzeit blitzt der Geist weit über das Vor­liegende hinaus und strebt ein Neues zu gestalten, das seinem innersten Wesen immer mehr entspricht. Vorwärts" ist darum ein ächtes Losungswort des menschlichen Geistes; vorwärts schreitet der Mensch in geistiger Bewältigung der weiten Naturwelt; vor­wärts dringt er in seinen eigenen irdischen Gebilden, und in immer neuen Gestaltungen sucht er sein In­nerstes darzustellen und für dasselbe wo möglich ein ganz entsprechendes Gegenbild und eine ewige Hei- math zu gewinnen. Aber zunächst langt der Vor­wärtsstrebende bei dem Tode an, dem unnatürlichen, peinlichen Ende aller irdischen Dinge, und so wider­sprechend ist dieser Tod unserer Menschennatur, daß diese allüberall im Glauben und Hoffen auch diese Schranke durchbricht und über ein Jenseits verfügt, das ihr doch noch verhüllt und ein so dunkles Räth- sel ist. Die Religion ist vor Allem das Gebiet, auf dem sich der uns eingepflanzte Trieb nach ewigem Leben ausspricht und wie wir mehr oder weniger