<m 30
und selbstständig da, sondern ste steht und fällt mit dem Glauben und der Liebe; die Hoffnung ist erst das dritte, die Krone an dem Baume, dessen Stamm die Liebe, dessen Wurzel aber der Glaube äst, der Glaube an den Sohn Gottes, der uns geliebet und sich selbst für uns dargegeben hat. In diesem Allem saßt sich das gesammte christliche Leben zusammen, das der Herr selbst schon in dieser zeitlichen Gegenwart das „ewige Leben" nennt. Nur auf dem Grunde dieser uns eingepflanzten ewigen Lebenskräfte, aus diesem Grunde eines erneuerten persönlichen Gesammt- zuftandes gedeiht auch die lebendige Christenhoffnung, und dünn genug erscheint sie daher auch bei denjenigen, die abgelöst von allem christlichen Lebenögrunde mehr aus irdischem denn aus himmlischem Sinne, mit der Zähigkeit der Selbstsucht, von der Religion diesen letzten Anker festhalten; er wogt im Meere hin und her, und ruht nicht fest im Grunde. Lasset uns daher nur immer von Neuem in diesen christlichen Glaubensgrund versenken, in welchem unsere lebendige Hoffnung, ja das ewige Leben selbst wurzelt.
Was uns zu Christen macht, nämlich das traute Kindesverhältniß zu Gott, unserem Vater in Christo, das nennen wir das neue Leben des Christen und dieses selbst ein göttliches Gnadengeschenk. Von Natur sind wir nicht Kinder Gottes, sondern sündige Adams-

