!. Hauptstück.

J. D i t Zucht - c s R i n d v i t h c s.

V. Inzucht. Kreuzung. Rassen.

Wie viel kleines, verkrüppeltes Rindvieh, mit allen möglichen schlechten Eigenschaften ansgestattet, sindet man noch! Da sind Ortschaf­ten, genug, die sich in schlechtem Rindvieh förmlich auszeichnen. Das sind die traurigen Folgen vernachlässigter Inzucht und versäumter Kreuzung.

ES war eine Zeit, in der man glaubte, man müsse nur Schweizer Kühe oder holländische Kühe wegen ihrer Große und ihres reichen Milch- ertrages einführen. Ich selbst habe derartige Experimente mit angesehen. Da war Fürst KrassalkovieS, der auf seiner Herrschaft Gädollo die schönsten Exemplare Schweizer Kühe und Znchtstiere einstellte. Eine Meierei, die ihresgleichen an Eleganz suchte, war in Babad, im Walde, auf einem niedrigen GebirgSzng, für sie angelegt waS nur an Wartung und Fütterung möglich war, ließ man diesen Thieren zukommen al­lein daS Klima behagte ihnen nicht; sie starben allmälig ans. Mit den Zuchtstieren nahm man Kreuzungen mit ungarischen Kühen vor. Obwohl dies ungefähr vor 30 Jahren geschah und durch die unglücklichen Ver­mögensverhältnisse deS Fürsten die Versuche ilnterbrochen wurden, so findet man jetzt noch in Gödöllö die wohlthätigen Nachwirkungen dieser Kreuzung. Während die ungarischen Kühe durchgehendS grauweiß sind, kommen dort gefleckte, selbst braune und schwarze Kühe vor, welche sich durch besondere Milchergiebigkeit auszeichnen und auf Viehmärkten sehr gesucht werden. Obgleich diese Thatsache feststeht und durch den Augen­schein beweist, haben die Landlente keine Ahnung der wahren Ursache, und Oekonvmen, welche sie haben, behaupten, die einem Lande eigen-