Krankheiten des Rindviehes und deren Heilung.
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und gießt die Kalkmilch dem Thiere ein; für ein junges Thier ist ein Loth des Kalkes hinreichend. Hört das AufMähtsein nicht auf, dann wiederholt man die Gabe. Die Wirksamkeit dieses Mittels beruht darauf, daß der gelöschte Kalk einen großen Theil der entwickelten Kohlensäure bindet.
2. Nehme 2 Seitel ganz ftische Kuhmilch, rühre darunter 4 Loth zerlassenes Schweineschmalz und gieße die Mischung dem kranken Thiere auf einmal ein.
3. Mische für ein erwachsenes Rind 10 Tropfen Herbstzeitlosentinktur (Oolekiieum autuiunale) in 1 Seitel Wasser; für ein Jungvieh. 6 Tropfen. Diese Mischung gieße man dem Thiere auf einmal ein. Man wiederholt dieselbe Operation nach 10 Minuten. Nach vier Gaben ist das Nebel vollständig verschwunden.
4. Man stecke dem Thiere ein Stück sehr alten Käse in den Schlund hinab, so daß es ihn verschlucken muß, hierauf erfolgt Oeffnnng und das Thier ist gerettet.
5. Fülle eine Glasflasche mit großer Oeffnnng zur Hälfte mit ganz ordinärem Rauchtabak; hierauf gießt man die Flasche voll mit starkem, reinem Branntwein, verkorkt sie wohl und stellt sie an einen warmen Ort. Ist die Farbe des Branntweins in der Flasche von dem Tabak- extrakt tief dunkelbraun geworden, dann gießt man ihn von dem Tabak in eine andere Flasche ab, welche wohl verkorkt und versiegelt wird. Dem aufgeblähten Thiere steckt man ein wallnußgroßes Stück ordinäre Pottaschkernseife tief in den Hals hinab, gießt dann einen Kaffeetassenkopf voll von dem Tabakextrakt nach, worauf das Aufblähen verschwindet.
Wer eine Magenpumpe besitzt, hat diese dem Thiere durch den Schlund in den Magen zu schieben, wodurch sich das kohlensaure Gas aus dem Magen durch das Maul auspnmpen läßt. — In dringenden Fällen, und wenn nicht schnell eines von den angegebenen Hausmitteln zur Hand ist, muß man den Troikar nehinen. Man stößt den Troikar mit kräftigem Stoß in die Mitte der Hungergrube schräg nach vorn und etwas rechts unten ein, und läßt die Troikarhülse so lange stecken, als Luft durch dieselbe entströmt. Hat man keinen Troikar zur Hand, so führe man den Stich mittelst eines spitzen Messers und führe durch die Wunde irgend ein Röhrchen ein, damit die Luft aus dem Pansen strömen kann. Die Wunden streicht man zur Heilung mit Theer ein.

