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Zweites Hauptstück.
Das Aufblähen entsteht durch zu gieriges Fressen von jungem Klee, namentlich Luzerne, von gekochten Rüben und Erdäpfeln, Malz, Rüb- saat; durch den Genuß von Herbstzeitlosen, Schierling, Hahnenfuß; durch naß cingebrachte und auf Haufen erhitzte Fntterkräuter, bei denen eine heftige Gasentwicklung schon eingeleitet ist.
Homöopathisch gibt man Colchicum autumnale, welches also- gleich Hilfe gibt; man muß die Gabe zuweilen 3—4mal wiederholen, bis vollständiges Verschwinden des Nebels da ist. Ist die Blähsucht durch den Genuß von Herbstzeitlosen herbeigeführt, dann gibt man Nux vomica.
33. Die Unverdaulichkeit.
Dieses Nebel wird durch jähen Futterwechsel, durch plötzlichen Uebergang von der Stallfütterung zur Weide, besonders bei noch nicht vollständig eingetretenem Frühjahr hervorgernfen; ferner durch das Fressen von mit Reif überzogenen Pflanzen, durch nasse Weide; durch mooriges Wasser und auch durch Erkältung.
Zuerst ist die Freßluft vermindert, hierauf hört das Wiederkäuen ans; das Maul wird schleimig, es tritt Verstopfung ein und die Thiere ächzen und stöhnen.
Man muß also für Oeffnnng sorgen und das unterdrückte Wiederkauen wieder Herstellen. Man gebe folgendes Mittel: Löse in 2 Seitel Kamillenthee 8 Loth Glaubersalz und l Quentchen Brechweinstein auf und gieße dann 2 Seitel Fliederthee hinzu. Das Alles gießt man dem Thiere auf einmal ein. Nach 12 Stunden wiederhole man dieselbe Arznei, bis Ausleerung erfolgt. Ist der Mist weich, dann gibt man alle 4 Stunden folgenden Trank: Mische 12 Loth Weingeist mit 16 Loth Wasser, gieße diese Mischung nebst 8 Loth konzentrirter Salzsäure in 1 Seitel lauwarmes Wasser. — Dabei gebe man den Thieren Mehl- oder Biersuppe als Futter.
Stellt sich nach diesen Mitteln das Wiederkauen noch nicht ein, so koche man Zweige von Wachholdersträuchen sammt den daran befindlichen Beeren in einer Maß Wasser eine gute Viertelstunde lang; während des Kochens gibt man eine Handvoll Hopfen, einen gehäuften Eßlöffel voll Pfeffermünzkraut und einen Eßlöffel voll Rainfarrenkraut hinzu und füllt noch 1 Seitel Wasser nach. Der Absud wird durchgeseiht und dem Thiere davon jedesmal unter die Suppe eine Kaffeeschale voll gemischt. — Selbst

