Drittes Hauptstüek. Krankheiten der Schafe und deren Heilung. 349

Thier einmal über 14 Jahre alt ist; denn die Ringe häufen sich dann so dicht aufeinander und fließen so ineinander, daß das Zählen derselben zu einer Unmöglichkeit wird. Ein sicheres Kennzeichen für alte Thiere ist jedoch, daß das Horn dicht am Kopfe dünner ist als entfernter vom Kopfe; auch ist die Ernährung bei alten Thieren schwächer.

Viele wollen aus den Falten am Kopfe, aus der groben Stimme, aus den Klauen das Alter erkennen; diese Kennzeichen sind jedoch unzu­verlässig.

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HF. Hauptstück.

Von den Krankheiten der Schafe und deren Heilung.

1. Blutharnen, rothes Wasser, Weidebruch.

Der bei dieser Krankheit mit Schmerzen abgehende Urin ist röthlich gefärbt; die Thiere haben viel Durst, einen unsicheren Gang und Schwäche in der Lendengegend.

Gebe folgenden Trank als Heilmittel: Mische unter 1 Maß Lein­samenschleim 2 Loth Salpeter und 520 Gran Kampfer; mache aus dem Tranke 4 gleiche Portionen und gebe zu vier verschiedenen Zeiten in einem Tage ein. Als Hausmittel empfiehlt man Gnadenkraut zu zerquet­schen, eine Handvoll davon zu einen: Klumpen zusamnien zu drehen und es den: kranken Schafe in den Hals zu schieben.

Homöopathisch gibt man schnell aufeinander einige Gaben I^oca- cuanha. Nimmt man Zeichen bereits eingetretener Nierenentzündung wahr, so gebe man schnell einige Gaben Aconitum und hierauf Can- thandes.

2. Brustfellentzündung.

Brust- und Lungenentzündung sind eine Folge plötzlicher Erkältung besonders nach der Schur. Die kranken Schafe athmen sehr schnell, wobei sich die Flanken heftig bewegen; dabei ist ein schwacher und klangloser Husten; der Durst ist heftig, jedoch können die Thiere nur in kleinen Zügen trinken. Die Krankheit ist tödtlich. »

Man mache zuerst einen Aderlaß von 2030 Loth Blut, gebe von einem Abführmittel aus Quentchen Salpeter und 3 Loth Glauber-