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schwendurigen und Thorheiten des Luxus, sie zu übertref- fen, erfand täglich neue, und hatte doch den Verdruß sich übertroffen zu sehen. Er schenkte einem gewissen Raimond d'Agrust die Summe von 100,000 Sous (2000 Mark Silbers), welche dieser sogleich unter 10,000 Rit­ter, die sich eingefunden hatten, vertheilen ließ. Wahr­scheinlich brauchten diese Ritter, welche ich mir wie die ambulirenden Deklamatoren unserer Zeit denke solche Nothhülfe recht gut; aber das fühlte Bertrand Raimbaud nicht, der auch seinen Reichthum zeigen wollte. Dieser ließ durch zwölf paar Ochsen ein großes Feld um das Schloß her umpflügen, und säere 30,000 Sous, in lau­ter Scheidemünze, in die Erde. Wilhelm Gromartel kam, um nicht nachzuahmen, auf den Einfall, alle Spei­sen, die er für 300 Gedecke bestellte, an Wachsfackeln kochen zu lassen, aber Raimvnd von Venoux übertraf ihn und alle anderere noch mit, indem er dreißig der schönsten Pferde, welche er mitgebracht hatte, vor der ganzen Gesellschaft lebendig verbrennen ließ.

16.

Wallenstein führte einen kostbaren Hofstaat. Seine Leute trugen sehr köstliche, reiche Livree, und viele Edel« leute dienten an seinem Hofe. Wer Audienz erhielt wurde durch vier Kammerherrn eingeführt. Sechs Freiherrn und Ritter waren stets um seine Person hernm, ihm aufzu- warten und seine Befehle zu vernehmen. Seine Kammer- Herren trugen vergoldete Schlüssel. Sein Haushofmei­ster war eine vornehme Standesperson; auf der Reise brauchte sein Gefolge 50 Wagen mit 6 Pferden und 5o mit 4 Pferden bespannt, nebst 6 Karossen für Standes­personen, die seinem Hofstaate nachfolgten, und 50 Handpferde mit den kostbarsten Decken belegt. Durch Er­pressungen hatte er mehr als drei Millionen Thaler Ein­künfte erhalten.

17.

Er war sehr von der Gicht geplagt und hatte offen« Füße, auf welche er täglich etliche Pfund rohes Fleisch