I. i. Flucht aus den Bleykammern. 11
vorher Caffee angeboren hatte, den ich aber nicht am nahm. Ich legte mich nieder, und fiel in einen sanft ten Schlaf, der beynahe vier Stunden dauerte. Als man zur Terz läutete, kam Mefler grande zurück, und eröffnete mir, er habe Befehl, "mich nach den Bleykammern zu bringen. Wir setzten uns demnach wieder in eine Gondel, fuhren durch verschiedene kleir nere Canäle in den großen, und landeten endlich an dem Quai, wo die Gefängnisse sind. Hier stiegen wir einige Treppen hinan, und gingen sodann über eine hohe zugcmachte Brücke, die über den Rio di^ palazzo führt, und jene Gefängnisse mit dem Pallast des Doge in Verbindung fetzet. Jenseits dieser Brü- cke führte man mich durch einen langen Gang in ein Zimmer, wo Neller grande mich einem Manne vor- stellte, der die Kleidung eines venerianlschen pattit ciers trug. Dieser Mann war niemand anders, als il circofpetto Domenico Cavalli, damaliger Sccre, taire der Staatsinquisirion. Er faßte mich scharf ins Auge, und sagte: e quello; mettetelo in depoftto. (Das ist er; nehmt ihn in Verwahrung.) b/lesser grande übergab mich hierauf dem Gefangenwärter, welcher die Aufsicht über die Bleykammern führte.
9. Das Hals eisen.
Der Gesangenwarter und.zwey feiner Knechte stiegen mit mir einige schmale Treppen hinan, und führten mich sodann durch drey lauge Gänge, deren zwey verschlossen waren, und wovon der letzte an eine große sehr unsaubere Dachkammer stieß. Diese Dach, kammer harre ungefähr sechs Ruthen in die Länge, zwey in die Breite, und ein einziges in der Höhe angebrachtes Kapfenstcr, durch welches das.Tageslicht siel. Ich hielt sie für mein Gefängm'ß, aber ich irrte. Der Gefangenwärter ergriff einen groß-
mach-

