nicht durch Augenschein wahrgenommen, überläßt sich der allgemeinen Wehmuth. In einem solchen Falle heißt cs: „Zur allgemeinen Trauer wird auch der Landrnann ein- geladen, und sein Wehklagen gleicht dem Klagegeschrey derjenigen, die den Jammer genau kennen,'*) weil sie denselben selbst sahen."
Ferner könnte man unfern Text folgender Maßen erläutern: Der Prophet spricht hier nähmlich von einem außerordentlichen großen llnglücke, welches das Gemüth so sehr betrübt, daß der Mensch nicht durch Erheiterung und Zerstreuung beruhiget wird, sondern seinem beklommenen Herzen nur durch laute Aeußerung seines Schmerzes Erleichterung verschaffen kann. So sagt auch der Prophet Jeremias (C. 20, V. 9): „Nehme ich mir vor, ich will sein nicht erwähnen, nicht reden in seinem Nahmen, so wühlt's im Innern mir, wie Feuerflammen, verhalten in meinen Gebeinen; ich bin zu schwach Zu ertragen, und unterliege."**) Dasselbe finden wir auch in den Psalmen (C. i 3 /, V. 1, 2, 3 ), wo die gefangenen Israeliten klagen: „An den Flüssen Babels saßen wir und jammerten,
*) Jodee Nehi.
**) Weamarti Io cskerenu od wdo adabpr od bischmo, wehajah belibbi kacsch boerelh atzur beatzmotliaj, vvcnilethi kalket welo uchal.
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