u Unterricht in det^ eigentlichen Schafzucht.
s) Vom Schafstalle.
Wie und wo ein Schafstall gebaut werden soll, geht eigentlich nur den Gutsherrn oder seinen Stellvertreter an, doch ist es dem Schafmeister zu wissen nöthig, wie ein für das Vieh gesunder Schafstall beschaffen sein soll. Bei einem neuen Bau muß darauf gesehen werden, daß der Schafstall trocken gelegt, inwendig genug hoch gebaut, mit einem ebenen Erdboden, mit hinlänglich großen und vielen Fenstern versehen, und endlich die Mauer im Schafstalle ringsherum auf zwei Ellen hoch mit Brettern bedeckt werde; weil sonst beim Mangel dieses letzt genannten Bedürfnisses, welches man gegenwärtig in den meisten Schafställen vermißt, die Schafe, besonders aber die Lämmer von dem tödtlichen Starrkrampfe, welchen diese edlen Thiere sich meistentheils von dem eiskalten Mauersteine (Schwitzstein) zuziehen, heimgesucht und somit durch den Tod hingerafft werden. — Daß durch dieses erwähnte Vorbeugungsmittel das -junge Schafvieh größtentheils gegen tödtlichen Starrkrampf -(Lämmerlähme) geschützt werde, hievon hat sich der Verfasser durch seine 38jährige Prar vollkommen überzeugt, und er bemerkt nur noch, daß auf einer Herrschaft, wo die Lämmer in einer Mutterhütte dieses Uibels wegen ein Opfer des Todes wurden, später unter der Oberleitung des Verfassers blos nur durch die Bedeckung der Mauersteine die sämmtlichen zur Welt gekommenen Lämmer sowohl, als auch die älteren Schafviehgattungen bei der besten Gesundheit erhalten worden sind.
Der Schafmeister, wenn er seinen Dienstposten antritt, hat dafür zu sorgen, daß im Stalle.stets eine frische, gesunde, reine Luft herrsche, und die aus dem Dünger entstehenden, für das Vieh höchst 'schädlichen Ausdünstungen aus dem - Stalle geschafft werden; dieß geschieht im Sommer durch die stete Oeffnung der Thüren und Fenster. Eben so muß auch im Winter für frische Luft im Stalle gesorgt werden, und

