es nicht mit der Hand berührt), in diese Behältnisse in Sicherheit zu bringen, wo die Mutter mit gutem Futter erhalten und dreimal des Tages aus den Bütteln getränkt werden- muß. Sobald alles dieß geschehen ist, müssen die Mütter untersucht werden, ob sie nicht um die Euter stark mit Wolle verwachsen sind. Findet sich dieß, so muß die Wolle, welche von den durstigen Lämmern ausgebissen und verschluckt wird, wovon sie meistentheils krank und vom Tode hingerafft werden, um das Euter herum rein abgeschoren werden. Die erste Muttermilch darf durchaus nicht beseitigt werden, denn sie ist nicht nur nicht schädlich, wie die meisten Schafmeister in ihrem Wahn dafür halten, sondern der" Gesundheit sehr zuträglich, indem sie als ein Abführungsmittel das Lamm innerlich reinigt. - -
So wie nun die Lammung ihren Anfang nimmt, werden alle glücklich zur Welt gekommenen Lämmer dem Geschlechte nach, nicht minder die verworfenen und eingegangenen Lämmer vorgemerkt und alltäglich dem Vorgesetzten gehörig angezeigt. Beim Erscheinen des Herrn oder seines Stellvertreters, welcher ohnehin in der Lammzeit den Schafstall täglich besucht, werden die Lämmer gezeichnet und numerirt, und sodann nach Verlauf von vier bis fünf Tagen sammt ihren Müttern aus ihren Behältnissen herausgenommen und in einem besonder» Haufen so beisammen gehalten, daß die Mütter von den Lämmern nach einigen Tagen zeitweilig abgesondert werden müssen.
Sind nun die Lämmer beisammen, so muß, wenn man ein gesundes und starkes Zuchtvieh erhalten will, vorzüglich jetzt in der zarten Jugend für ihren Wachsthum durch eine besonders gute Pflege gesorgt und ihr Wohlsein so viel-als möglich befördert werden. Uibrigens hat es sich der Schasmeister angelegen sein zu lassen, die Lämmer nach und nach auf eine gute Art abzuspännen, von ihren Müttern und von der Milch zu entwöhnen und sie an eine andere Nahrung, vor allem andern an ein gutes Heu und Waffer dessentwegen zu gewöhnen, weil es ihnen beim erfolgten Absatz, welcher gewöhnlich in drei bis vier Monaten'zu geschehen Pflegt, vortheilhaft zur Gesundheit dienen und daher auch nicht schwer fallen wird. '.. ' . - -

