26

daher die Straßenseitengräben, deren Gras das ganze Jahr-bestaubt ist, und demnach so oft, wie sich der Verfasser die Uiberzeugung ver­schaffte, zum Nachtheile des Herrn beweidet werden, nie mit der Heerde ' zu betreten sind. - Das Naßwerden der Schafe ist so viel möglich zu vermeiden; denn die-'Wolle wird, wenn sie einem-anhaltenden Regen auSgesetzt bleibt, nicht nur von. dem Fettschweiße abgewaschen, sondern auch ausgedehnt und die Form der Stapel unansehnlich gemacht. Am nachtheiligsten für die Wolle ist ein in dieselbe tief eingedrungener Regen, besonders 'wenn die Schafe hiernach einer großen Hitze aus­gesetzt und zu schnell trocken werden, weil hiedurch die Wolle hart­fühlend und durch ihr schlechtes Ansehen nur in geringen Preisen käustich an Mann gebracht wird.

Wahrend der Weidezeit muß der Schäfer seine Heerde stets vor seinen Augen haben, er darf -sich daher nie entfernen, eine Handarbeit nie verrichten, sich nie setzen, legen oder dem Schlafe ergeben', weil hie­durch seine Aufmerksamkeit von. der Heerde abgewendet wird, und somit leicht ein bedeutender Schaden entweder an Vieh oder an den-Feld­früchten herbeigeführt werden kann. Das Weidegeschäft des Schäfers kann durch einen gut abgerichteten Hund, der oft im Stande ist, selbst eine große Heerde eine Zeit lang allein in Ordnung zu halten, viel er­leichtert werden; er. hat sich daher alle mögliche Mühe zu geben, den zu einer Heerde bestimmten Hund schon in seiner Jugend gut abzu­richten, ihn folgsam zu machen, folgsam zu -erhalten und ihn nie auf Borstenvieh oder ein anderes Vieh zu hetzen^ weil hiedurch der Hund verdorben wird ünd dann die schädliche Untugend beibehält, die Schafe zu beißen. Ein gut ab'gerichteter Hund muß stets folgsam sein, auf der Weide immer auf den Seiten, wo .den Schafen zu weiden nicht -erlaubt ist, in einem'leichten. Trabe auf- und niedergehen und nur erst dann, wenn das Schaf zu unfolgsam wird^ daher..im äußersten Falle, dasselbe leicht in die'-Schenkel kneipen. .Diejenigen Hunde> die sich ganz an die Erde legen, in Furchen oder hinter Gesträuche verstecken und dann das naschende Schaf heimtückisch überfallen, sind schädlich und daher nicht als Schafhunde zu benützen; denn der. Schrecken kann den.