in Weg legen, oder wenn es nicht möglich ist, das Vieh zum Bach oder zum fließenden Wasser, überhaupt zur Tränke zu treiben, der Stall immer mit flachen, reines und frisches Wasser enthaltenden Gefäßen versehen sein muß. Der beste, sowohl für die Gesundheit der Schafe, als auch für die Wolle gedeihlichste Trank ist, wenn man etwas Salz oder Oelkuchen, so wie auch Schrott oder Mehl in das Wasser mischt. Gewöhnlich legt man dem Schafviehe, wenn man ihm Lust zum Saufen verschaffen will, Hülsenstroh vor, dessen süße Nahrungstheile den Reiz zum Saufen am leichtesten wecken, jedoch ist solches zum Saufen reizbares Futter bei den trächtigen Müttern höchstens nur als Abendfutter anwendbar.
11. r Daß das Schafvieh während der Wintersperre frische. Luft genießen und Bewegung machen soll, ist bereits anempfohlen worden, und es wird nur noch bemerkt, daß bei einer schönen Witterung hiezu stets die Mittagsstunden zu wählen sind.
12. Bemerkt der Schafmeister, daß.einige Stücke im Fleische abnehmen und nach und nach schwächer- werden, so müssen solche von der Heerde abgesondert und mit mehr und besserem Futter bis zu ihrer Erholung versehen werden.
13. Erkranken ein oder mehre Schafe in einem Stalle, so müssen diese erkrankten Stücke von dem gesunden Viehe sogleich entfernt werden, und die' Anzeige hievon hat dem Herrn oder dessen Stellvertreter zur wo möglichen Hilfeleistung unter Einem zu geschehen, wobei aber auch die Entstehungsursachen so viel möglich auszuforschen sind. Daß das Schafvieh während der Stallfütterung ebenso erkranken könne, wie auf der Sommerweide, hievon hat sich der Verfasser durch eine 38jährige praktische Erfahrung die Uiberzeugung verschafft, und er erlaubt sich somit, nebst den im vorliegenden Merkchen bereits erwähnten Entstehungsursachen noch nachfolgende anzuführen:
a) Die Fütterung eines verschlämmten, dabei längere Zeit auf der - Wiese gelegenen Heues oder Grummets.
b) Ein zwar nicht verschlämmtes, aber längere Zeit wegen Regenwetter
- auf der Wiese oder auf dem Felde gelegenes Heu, Grummet

