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wird. Große Sonnenhitze können die Schafe nicht vertragen, und wenn sie in der Mittagszeit keinen Schatten finden, so stellen sie sich in der Sonne zusammen und halten'ihre Köpfe abwärts nach-dem Boden. Das europäische Schaf ist daher von der Natur mehr für die kühleren,

als wärmeren Gegenden bestimmt. Nicht minder widerlich und wirklich

nachtheilig ist aber den Schafen auch die Nässe; daher suchen sie Unter­stand bei Regen und weiden nicht während desselben. Wie äußerst gefährlich ihnen immer nasse Jahrgänge werden, fatm man daraus ersehen, daß in jenen Wintern, die einem naßkalten Jahre folgen, immer viele Schafe sterben. . *

Das Laub der Gebüsche und jungen Bäume, so wie das-Gras auf trockenen Wiesen ist ihre angenehmste Nahrung sowohl im saftigen, als auch getrockneten Zustande. Außer diesen fressen sie aber auch alle Futtergewächse, die das Hornvieh liebt. Die Schafe sind im Stande,

täglich weite Reisen zu machen, wobei sie den ganzen Tag während

des Gehens fressen. Ebenso müssen sie auch," wenn sie sich in vielen Gegenden bloß auf Brachfeldern erhalten sollen, fast den ganzen Tag auf ihren Beinen sein, um ihre Nahrung zu suchen, die auf-solchen Weiden in der Regel höchst spärlich wächst'. Sie trinken nur wenig, und bedürfen überhaupt weniger Wasser, als die übrigen Hausthiere; daher taugt das Schaf am zweckmäßigsten zur Benützung wasserloser Weiden,, indem es den ganzen Tag ohne Trinken zubringen kann. Selbst wenn die Schafe im Sommer Morgens und Abends zur Tränke geführt werden, trinken die meisten nur wenig, viele aber gar nicht. Im Winter jedoch, wenn sie neben dem trockenen Futter nichts Saftiges bekommen, bedürfen sie mehr Wasser. ' .

Die gegenwärtig über den ganzen Erdboden verbreiteten Schafe haben nach der Beschaffenhell des Himmelsstriches, des Klima,, der Nahrungsmittel und der übrigen äußern Umstände so auffallende Ab­weichungen hinsichtlich ihrer Größe, ihres ganzen Baues und ihrer Wolle erlitten, daß man fast.,Anstand nehmen möchte, die hieraus ent­sprungenen verschiedenen Racen für Thiere desselben Geschlechtes-und Gattung zu halten. Dieß beweist ein angestellter Vergleich zwischen