«s ohne Aufforderung, darf um unseres Verlangens Willen nichts thun oder lassen! Bei uns bewirket das fromme Gebet ruhiges Nachdenken über den Gegenstand des Gebets und Berichtigung un- rer Begriffe, Belebung guter Entschlie- sßungen, Warnung vor Sünden, Muth, Ergebung in den Willen Gottes. Nr. 344, 3. Die Erhörung des Gebetes bestebt also darin, da's uns Gott auf unser frommes Gebet die Segnungen giebt, welche seine Weisheit für uns heilsam halt. Dem durch sein Gebet Erleuchteten, zur Thatigkeit oder Geduld Gestärkten, oder von Fehlern Gebesserten kann Gott manche Segnungen geben, welche seine Weisheit ihm hatte versagen müssen, wenn sein Gemüth nicht durch sein Gebet zu deren gutem Gebrauche geschickt gemacht worden wäre. Der Allwissende sah dies vorher, und traf langst alle Anstalten dazu. Ein fehlerhaf­tes Gebet ist Sünde. Jak. 4, Z.

Das Gebet hat keine bestimmte Zeit. Die Bibel sagt: i Thess. 5, 17. Aber besondere Veran­lassungen schicken sich vorzüglich dazu, z. B. das Gefühl des Erwachten am Morgen, des Nuhebedürf- tigen am Abend, des Hungrigen und Gesättigten beim Mahle, des aus einer Gefahr Geretteten u. dgl.

Der Vortrag (die Einkleidung) des Gebetes, besteht in Worten. Setzt man die Worte selbst zu­sammen, so betet man aus dem Herzen, und spricht es laut, um den Inhalt sich selbst zu beleben, oder ihn Andern mitzutheilen. Nimmt man die Worte aus einem Buche oder aus seinem Gedächtnisse, so betet man ein Formelgebet. Dessen Inhalt müssen wir aber wohl prüfen, damit es für uns schicklich gewählt sei! Wir müssen es verstehen, und wirklich