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konnte wählen, wie es ihm und seiner Laune zusagte, und arbeiten so viel es seine Kräfte erlaubten. Wollte er sich irgendwo niederlassen, eme ehrenvolle und einträgliche Stelle annehmen, so konnte er unter den musikliebenden Höfen Deutschlands wählen, die ihm um die Wette die Directionen ihrer Capellen und Theater anbo- ten. Hundert und mehr Opern konnten leicht die Spuren einer solchen Laufbahn bezeichnen, die Kirchenmusik und die im Opern- style geschriebene Concert- und Kammermusik gar nicht gezählt. Mozart bemühte sich lange um eine solche Stelle, er, der eben so rasch Opern zu componiren im Stande war, als seine Mitbrüder in Italien, und sie dabei ebenso gut machte als manches Meisterwerk aus unseren Tagen, das seinen Autor mehrere Jahre Arbeit gekostet hatte. Mozart fehlte es aber als dramatischem Componisten an Arbeit. Während der zwölf Jahre, die er in Wien verlebte, wurden nur drei Stücke für das kaiserliche Theater bei ihm bestellt: die Entführung, die Nozze di Figaro und Cosi fan Tutte. Was das erste Werk anbelangte, so konnte man nicht wohl einen Andern als einen Deutschen damit beauftragen, weil es sich darum handelte, eine nationale Oper zu gründen; was die beiden anderen Libretti betrifft, so darf man wohl glauben, daß wenige italienische Meister sie gewollt hätten. Das Ausland zeigte ihm dieselbe Gleichgiltigkeit. Italien, welches das Kind adoptirt hatte, verleugnete den Mann; kein Impresario würdigte den Componisten des Idomeneo einer Unterhandlung. Frankreich hatte selbst den Flamen Mozart vergessen. In Deutschland hatte dieser Name zwar einigen Klang; allein die Unternehmer der eingeborenen Gesellschaften scheinen ebenso wenig daran gedacht zu haben, daß es von Nutzen sein könne, den Componisten von Belmonte und Constanze zu verwenden. Nicht Einer machte ihm bis zum Jahre 1791 einen Vorschlag. Mit

