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Kapitel r. Vers 24«.. LY.

Die Pfaffentyranney ist der auszeichnende Charakter dieser Peri­ode, und diese gründet sich ganz auf die Prophetenmörderin Ieza- bel, die falsche Namenkirche, die sich selbst zur Prophetin, zur AuS- legerin des Worts Gottes, ja zur unfehlbaren Auölegerin desselben aufwirft, sich mitten im Tempel Gottes niedersetzt, ihre Orakel­sprüche giebt, und so sich mit der Thar selbst für einen Gott erkläret, inzwischen sie alles, was wahrhaft göttlich ist und heißt, wirklich unter ihre Füsse tritt. Sie mästet sich der götrlichen Eigenschaften in zweyen Hauptstücken an, erstlich indem sie simpel hin Glauben gebietet, gebieterisch vorschreibet, was man glauben soll; zwemenS in dem, daß sie diese ihre selbstgemachte Glaubensartikel als Heilsbe­dingnisse aufstellet, ohne deren Annahme niemand bey Gocc zu Gnade kommen solle. So tyrannisiret sie über die Gewissen und Seelen, und machet den Weg enger, als ihn der Herr gemacht hat, K. 22,18.

Darauf vorzüglich beruhet der große Abfall dieser Namenkirche von Christo ihrem Haupt, das ist Iezabelö geistliche Hurerey; ein passendes Gegenbild zu Babel der grossen Hure, K. 17. Von nun füllet Label ihren Hurenkelch mit Glaubensbekenntnissen und Sym- boln, bezaubert, und berauschet alle Welt mit dem Unrath ihrer Hu­rerey. Iezabel macht es nicht besser, treibt das nämliche Hand­werk recht unverschämt. Durch die guten Kirchenpfründen hält sie die an sich, die als sich bekennende Diener des Evangeliums die Leh­rer der Wahrheit seyn feiten, und reichet sie mir ihr zu buhlen, D. 20. Auf gleiche Weise verführet sie die Könige der Erde, die als das Schwerdr führende auch vorzügliche Diener und Werkzeuge GotreS sind, zur Thieresanbetung, und indem sie blinde Verehrung und Un» terwürfigkeit unter ihre Machtsprüche von ihnen fordert, so prediget diese Prophetin auch wieder zu der Könige Gunsten den Völkern blinde Unterwürfigkeit unter ihre Tyrannen, K. 17, 2. So gedei­het alles zur vollkommensten antichristischen Tyranney, und ist im Grund recht eigentlich eine Pfaffentyranney, der Charakter des Ka- tholicismus.

Inzwischen ist doch nicht alles Gute gänzlich von der Erde gewi­chen. Auch in dieser langen Unheilsperiode giebt es noch treue Die­ner des Herrn. Sie haben aber viel zu dulden von Iezabel. Doch ihr Gottes Eifer setzet sie immer wieder in Thacigkeit, und sie tre­ten auf als unerschrockene Wahrheitszeugen, und legen ihr Zeugniß ab gegen die eingerissenen und herrschenden Kirchenverderbnisse, und zwar gegen dem End dieser Periode treten mehrere von diesem Cha­rakter auf, als in der vorhergehenden Zeit, V. 19.

Allein Iezabel will solcher Rleinigkeiten wegen je nicht beun­ruhiget seyn, V. 20. Kömmt man ihr gar zu unhöflich, so wird sie rasend, und schlagt die Propheten des Herrn zu Tode, wenn sie könnre, daß auch nicht einer überbleiben solle, i Kön. 18, Z.

wird ihr eine lange Zeit zur Buffe und Umkehr gegeben; von den ersten sich so nennenden christlichen Kaisern an bis auf die Zeit der Reformation, V. 21. Allein sie thut nicht Busse. So wird die Bedrohung des Herrn an ihr vollfüllet, und durch die Reformation wird sie endlich einmal im Ernst in ein Krankenbett geworfen. Da