— 23 —
terlichen Katastrophe gewesen. Der Junge will aber von solchen Nachreden Nichts wissen, und Einige nicht anders als mit dem Wort „Schwöb" geneckt haben- In Nr. 18 wurde sein Rettungsruf mit den Worten abgewiesen, man lasse sich nicht zum Besten halten. In Nr. 19 genossen vier Arbeiter ihr Mitta-gsbrod; Einer arbeitete noch rüstig fort, und als er des Knaben Worte vernahm, meinte er, es sei nicht erster April. Als daher Gisiger sah, daß man seiner Aussage keinen Glauben schenkte — ja, sich sogar über dieselbe lustig machte, wollte er nicht mehr in den vordersten Stollen Vordringen, sondern, um nicht Zeit zu verlieren und lebendig begraben zu werden, wiederholte er, aus allen Leibeskräften schreiend, die Worte: „s'Tunnelwill zämme g'heie!" Wie er aber selbst glaubt, haben die Arbeiter dieselben wegen der Entfernung und dem Geklirr der Hämmer und Bohrer nicht gehört. Welch unheimliches Gefühl sich seiner bemächtigt haben muß, läßt sich leicht denken, da von Nr. 17 an das Geräusch der srühern Thätigkeit verstummt ist, unb er nur noch einige Lichter bemerkt, die sich entfernen. Seine behenden Füße holen dieselben ein — doch vergißt er Speise- säcklcin, Ueberhemd und Fläschchen nicht. Aber nun ist seines Wcilens nicht mehr; wie ein Pfeil schießt er unter dem Scbacht durch, von dem schon einige bedeu-

