— 48 —
hohes Alter erreichen, von Krankheiten und Schmerz heimgesucht werden.
Von der grauesten Vorzeit an haben sich gelehrte und tiefdenkende Männer mit dem Studium befaßt, die Natur der Krankheiten kennen zu lernen, Heilmittel zu finden. Unzählige Werke, welche seit jener Zeit bis auf den heutigen Tag hierüber geschrieben worden sind, ha- ' ben uns aber nur in Finsterniß und in ein ChaoS von Verwirrungen gestürzt, überall herrscht in denselben ein Dunkel, nirgends ist mit Bestimmtheit gesprochen, man hat für jede Krankheit und für jeden kranken Theil deS Menschen besondere Mittel vorgeschrieben, diese für den Kopf, jene für die Brust, andere für den Magen, Nieren u. s. w.
Vollkommene Gesundheit verkündet sich in allem Treiben deS menschlichen WesenS. — Wird sie von Weisheit begleitet, so entzückt und gefällt der Glückliche, , der sie besitzt, allenthalben. Er ist fromm, angenehm, leutselig, höflich, edel. Er ist vollkommen Herr seines Verstandes, seiner Einbildungskraft und seines Körpers, ? die Nebel dieser Welt kennt er nur dem Namen nach; sie erreichen ihn nicht. Er genießt die glückseligste der den Sterblichen je zu Theil gewordenen Gaben. Leicht und zierlich bewegt er seinen Körper, während sein Geist immer zu seinen Diensten bereit steht, er ist zu jedem Beruf deS Lebens ausgerüstet, und findet fich in jeder Lage in welche das Schicksal ihn auch versetzen mag.
Dieß sind die äußerlichen Zeichen einer vollkommenen Gesundheit. Diejenigen Zeichen aber, nach welchen dieser Zustand am sichersten beurtheilt werden j kann, sind: ein sechs bis achtstündiger Schlaf — kein Schmerz in irgend einem Theile deS Körpers — mä- i stige Eßluft bei regelmäßiger Mahlzeit, freie Ausleerung ohne Zwang — unveränderliche Gesichtsfarbe — klare Augen.
Zur Schönheit ist die erste Bedingung — Gesundheit, ohne Gesundheit können die angenehmsten Züge des schönen Geschlechts, die gefälligsten Formen dersel-

