3n der damals ärmlichen Rectorwohnung zu St. Catharinenberg im Buchholz im sächsischen Obererzgebirge, derselben Stadt, wo er später nach Gottes Rath durch 30 Jahre das Evangelium predigen sollte, erblickte Moriz Ferdinand Weidauer das Licht der Welt am 12. Februar 1796. Sein Vater war Johann Gottlieb Weidauer, zur Zeit der Geburt dieses seines ersten Sohnes Rector der Knabenschule in Buchholz, später von 1817 ab, Diaconus in Erbisdorf bei Freiberg, ein frommer, etwas strenger Mann. Seine Mutter Christiane Concordie war die zweite Tochter Johann Christoph Friedrich Grötschs, Pfarrers in Buchholz von 1758 bis 1797, eines Mannes, der durch hohe Berufstreue, thätige Menschenliebe und nie erschütterten Glaubenseifer sich auszeichnete und diese letzteren Tugenden auch auf seine Tochter vererbt hatte. Alle ihre Kinder, deren sie fünf hinterließ, bewahren treu ihr Andenken und segnen ihre Asche. Weidauer rühmte ihr nach, daß sie ihn frühe zur Gottesfurcht und zu allen menschlichen Tugenden angehalten und durch ihr eigenes Beispiel dazu geführt habe. Auch seiner Großmutter mütterlicher Seits, der verwittweten Pastor Grätsch, in deren Hause er einen großen Theil seiner Kinderjahre verlebte, gedachte er stets mit großer Liebe, da er von ihr mit mehr als mütterlicher Zärtlichkeit geliebt und wie ihr Augapfel von ihr gehalten worden war.

