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wurden, während alle Lebensbedürfnisse doch im Preise immer stiegen. Dies Alles trübte gar sehr seine letzten Lebensjahre. Aber seine Ergebung in den Rathschluß Gottes, sein Bertrauen auf die Hilfe von Oben konnte es nicht wankend machen.
Da kam der Frühling des Jahres 1856. Er schien, wie der Welt draußen, in der sich die Stürme des Krieges wieder beruhigt hatten, so auch dem Städtlein, in dem Weidauer wirkte, und diesem selbst, zufriedenere glücklichere Aussichten in die Zukunft zu eröffnen. Weidauer fühlte zwar, daß seine Lebenskraft dem vorgerückten Alter allmälig nachgab, aber noch war er rüstig und seine Gesundheit, die sich seit dem Aufhören seiner früheren Unterleibsleiden wieder gekräftigt hatte, selten angegriffen. Er arbeitete mit geistig ungeschwächter Kraft, verwaltete sein anstrengendes Amt mit demselben Eifer, wie früher, und freute sich an dem Heranwachsen und Reifen seiner Kinder. Da warf ihn der Typhus, dessen epidemische Heftigkeit schon gebrochen war, und dem er während der gefährlichsten Zeit so oft furchtlos ins Auge geblickt hatte und glücklich entgangen war, plötzlich aufs Krankenlager. Er sollte nicht wieder aufstehen. Nach achttägiger Krankheit endete er in den Vormittagsstunden des 29. Mai 1856 sein reiches Leben.
„Reize mich mit Fleh'n und Beten,
„Wenn mir Hilfe nöthig ist,
„Zu dem Gnadenstuhl zu treten;
„Gib, daß ich auf Jesum Christ „Als auf meinen Mittler schau,
„Und auf ihn die Hoffnung bau,
„Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen „Von dem Vater zu empfangen!"

