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„So seid Ihr bedrängt von Feinden, und ich wußte es nicht?" frug Kasra; „aber entschuldigt meine Unwissenheit, guten Freunde!" fuhr er dann mit bebender Stimme fort. „Auch in unserm Orte hat sich ein Feind erhoben, mächtig genug, die ganze Wohlfahrt des Dorfes zu zerrütten und das schöne Gebäude der Freiheit zu zertrümmern, an dem wir mit blutenden Händen so viele Jahre gebaut. Wehe, daß dieser Feind, im Finstern schleichend, schon vieler Herzen sich bemächtigt, die zu unvorsichtig sind, sich umzuschauen, und zu leichtsinnig , von der Gegenwart auf die Zukunft zu schließen!"
„So ist Deine Vermuthung wahr, o Fadel," sagte Thamor, der Jüngere, „unser Feind ist auch der seinige."
Kasra aber verwunderte sich und sprach: „Wie mag Solches zugehen? Wisset, der Feind, den ich meine, kam in der Gestalt eines Wanderers zu uns — es mögen drei Monde sein — und wurde, mir zum Unglück, der Gastfreund meines Eidams. Er geht einher im braunen Gewände und lebt nicht nach der Weise anderer Menschen, denn er verschmäht die gewöhnliche Kost und geißelt seinen Leib, und alles Solches, wie er sagt, zur Ehre Gottes. So hat er die Gedanken der Menschen verrückt, und indem sie in blödem Wahnwitz ihm ihr Theuerstes, ihre Kinder, zur Erziehung übergaben" —
„O höre auf, höre auf!" unterbrach ihn Fadel, „wir brauchen nicht mehr zu vernehmen, um zu wissen, daß Deine Brüder und viel Tausende ihres Geschlechts der Verführungskunst des nämlichen Feindes erlegen
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