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So freundlich, so wohlthätig und liebreich ge- gen Alle — war keiner, wie Er; aber auch so mißkannt, so unwürdig behandelt, wie Er, wurde noch keiner! — Er schweigt und> duldet.'— Den Arm, der sich erhob, Ihn zu schlagen, konnte Er augenblicklich lahmen; aber Er schweigt und duldet. — Auf Seinen Willen wäre die Zunge, die ein Lästerwort über Ihn aussprechcn wollte, für itzt und auf immer verstummet; aber Er schweigt und duldet. — Auf Sein Wort hatte sich das Knie, das sich spottweise vor Ihm beugte, nicht mehr aufgerichtet; aber Er schweigt und duldet. —
Das ist die rechte Geduld, die sich dem Bösen nicht widersetzet, auch wenn sie konnte. —
Das ist ein edles Schweigen, das den Willen des Vaters verehrt, und auö Ehrfurcht gegen Ihn durch keine Schmach sich überwinden und erbittern läßt. —
Es war freylich ein sehr bitterer Leidenskelch, den Jesus trinken sollte; aber wir sehen, daß Er nicht umsonst das Wort des entschlossenen Mu- rhes sprach: „Es geschehe nicht mein, sondern DeinWille, Vater!"— Er schweigt und duldet. Er wendet sein Angesicht nicht ab von den Schlägen der Gottlosen, denkt nicht auf Rache und Wiedervergcltung, hat keine Erbitterung

