IO

I. Abtheilung.

Amalie. (Dir Unbefleckte.)

Achte den Menschen in Dir!

Mir giebt's, nach Gott, nichts Größers auf Erden, Auch nicht tm Himmel; der Mensch Lebt mit beiden verwandt.

Ist er auch Pilger auf Erden,

Erbe doch ist er des Himmels

Oder:

Ach, wir leben ein Mal! was uns fehlen Mag an guten Thaten, wird Gott zählen;

Aber Alles auch, was wir Gutes thun.

Lies, o Theure! im Buche der Natur,

In ihr und aus ihr ruft es immer nur:

Ewig ist des Guten Spur."

Amanda. (Die Licbenswerthe.)

Alldieweil noch die Jahre blühn.

Mögest Du hegen Lieb' und Glut;

Ach ! die leichten Stunden fliehn,

Nahendes Alter schwächt den Muth;

Da noch die Jahre blühn,

Achte und hege Lieb und Glut.

Andreas. (Der Männliche.)

Aloe gleich ist die Liebe, sie blüht

Nur einmal schön, wird sich dann entfärben,

Dann neigen das Haupt, zu sterben;

Rasch eilt! denn wer ihre Pracht sieht,

Erft die Flamme fühlt, wie sie allmächtig glüht. Ausspricht er ihn, der Treue Schwur,

Sehnt nur sich, zu folgen dem Wink der Natur.

Anna. (Gotteshuld.)

Auch in Dir sind Götter. Fragen Nur mußt Du treu und redlich sie.

Nicht Allem darf der Mensch entsagen,

Auch der Menschenwürde nie.