fr2 I. Abtheilung
JjMt* in dir Welt, der kalten:
Cs welkt, wird'S sorgsam nicht bewahrt, Recht warm läßt's gern sich halten.
Es giebt jedoch nicht schön're Zier,
So klar und rein; dr'um pflück cS Dir, Erhalt es ewig blühend mir.
Thomas. (Der Zwilling.)
Treue Freundschaft wird bewährt an Jahren, Heil'ge Freundschaft macht uns sanft und gut; Oft weist sie vor Thorheit zu bewahren,
Macht Begierden still und kühl daS Blut;
Auch giebt sie Männerflnn und Muth,
Siegt in Kampf und drohenden Gefahren.
Thusnelda. (Die Erhabene.)
Trost des Friedens fei mit diesem Schattenleben, Himmel sind ihm ja so nah' verwandt,
Und Lieb' und Freundschaft wcih'n d'rin ein stilles
Land,
So sie, wie Genien umschweben,
Rur aus schön'rer Welt zu uns herabgesandt.
Erst, wo eine Jugend an die Brust der andern, Langer Gram ans Herz der Liebe fällt,
Da laß uns heiliger vorüber wandeln,
Allda feiert eine Engelwelt.
Titus. (Der Beschützer.)
Treu glaub' an unserS Volkes Weise, Immer an ein heimisch Vaterland;
Treue, schlichte, alte Kreise Und biedern Sinn, wo Jeder weise Schlechte Lust und Sitten bannt!
Traugott. (Der Gläubige.)
Thut er's und bleibt durch's Leben mein Gefährte Redlich, der Freund, der mir'S zur Wonne macht, Ach! dann beneid' ich nicht die Könige der Erde Um ihren Uebersiuß, um ihre Pracht.

