Denksprüche.
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68 .
(5s giebt nur ein Seelenband — das ist die Liebe! Und es giebt nur eine Liebe, das ist das Zusammen« leben in Gott. — Liebe viel, damit Du in tiefer See» lennoth einen Freund hast.
Bischof Dräseke.,
69.
Fühlt's, ihr Jünglinge, und mischt
Zum Leichtsinn — Weisheit, Ernst zum Scherze,
Haushaltend mit der Lebenskerze!
Die Fackel lodert wild und zischt
Schnell aus, indeß der Lampe zarte Flamme,
Dem Winde klug entrückt und sparsam aufgefrischt» Nur mit dem Morgenroth erlischt;
Die Mäßigkeit ist des Vergnügens Amme.
I. W. Götter.
70.
Unverrückt äufwärts gerichtet den Blick!
Stets strebend nach geistiger Vollkommenheit
Und ewig festhaltend des Herzens Reinheit,
Dies ist das einzige, das höchste Glück,
Der hohe Beruf der denkenden Seele.
71.
Treu ist der Grundbau, der das Leben trägt:
Auf Weibestreue ruht des Hauses Glück,
Auf FreundcStreue ruht des Mannes Muth,
Auf Kindestreue ruht des Alters Trost,
Auf Dicncrtreüe ruht der Habe Wohl,
Und auf der Männer Treu' der Reiche Macht.
Raup ach.
72.
Wer den kleinsten Grundsatz hingiebt, der giebt auch den größten hin, wenn nur das Leben ihm dafür eine größere Hoffnung bietet. Wer mit der Tugend um die kleinste Nachgiebigkeit handelt, ist feil für jedes Verbrechen, wenn ihn auch das Leben nicht auf die Probe stellt. Das ist Tugend, an feinen Grundsätzen durchaus fefthangrn.
Lafontaine.

