Jakob. Nur her! — aber > schickt's früher um den Hausmeister, damit 's halbe Dutzend voll ist. -
Falkner. Nein, nicht w i r — Jean, Leopold, Paul — werft diesen Burschen hinaus.
Jakob. Na, da müssen wir Verstärkung requiriren. [Sunt Fenster hinaus.! He! Spannberger,— Stoß — Bruckner, da her — Schlag' gibt's.
Stimmen von Außen. Gleich. Wir kommen schon.
Siebente Scene. j
I
Vorige. Bruckner. Stoß.
Spannbcrger.
Stoß. Da sein wir.
Bruckner. Wo soll Einer g'haut werden?
S p a n n b. I von auß^n. j Hclft's mir doch. — Wünsch' guten Abend alle sammt mit einander.
Murr, 's schwere G'schütz is a dabei.
Falkner. Was will denn dieses Volk?
Spannb. Gar nix, nit einmal a Jausen. Aber unfern Kameraden holen wir,— weil wir vom Wasser kein Kameraden in Stich lassen. Komm, Jakob!
Falkner. Hinaus, Pöbel!
Spannb. und Bruckner. Was Pöbel, — was Pöbel?!
' Jakob. Halt, — jetzt komm'' i in's Treffen — stellt's Euch als Reserve auf. [Tritt auf Falkner zu.j Herr, Sie heißen uns Pöbel, wahrscheinlich weil wir in Hemdärmeln geh'n. Ich aber sag' Ihnen, wir sein kein Pöbel, wir sein ehrliche Arbeiter, die jeden Bissen Brot, den sie genießen, mit einem Tropfen Schweiß zahlen, der über die Stirn läuft. Wir sein Arbeiter -und
g'hör'n zum Volk; nit zum Pöbel!
Falkner. Das kommt auf Eins heraus.
Jak. [entrüstet.[ Was? Volk und Pöbel alles Eins? Ich be- daure Ihnen, daß Sie so altwor- !den sein, und den Unterschied nit ! kennen gelernt Hab n! Geben's Acht, i will ihn Ihnen zeigen. Da verfolgt ein junger, elegant gekleideter Lass' auf der Gassen eine anständige Frau, und weil sie ihn zu- ! rückweist, sagt er ihr Rohheiten, ^Gemeinheiten in's Ohr — der Lass' ^gehört trotz seiner Gun^el-Schöller ! zum Pöbel; und der Mann im ! Arbeiter Kittel, der sich um die Frau annimmt, sie bis zum Haus begleitet, und den Zwanziger, den sie ihm schenken will, zurückweist, g'hört zum Volk. Ein armes Madl, das von dem, was sie unter der Wochen verdient, am Sonntag ein Hendl kaust. das sie ihrem kranken Liebhaber in's Spital tragt, g'hört trotz ihrem schleißigen Kladl zum Volk; und eine breit in der Loge liegende Gaucklerin, die alle vier Wochen ein andern Gimpl rupft, g'hört trotz Gold und Brillanten zum Pöbel. Ein armes Juderl wird von einem Weber her- eing'ruft, der aus Noth sein letztes Paar Stiefel verkaufen will; der Binkeljud sieht den blassen Mann, das kranke Weib, die verhungerten Kinder, er fahrt sich über die Augen und sagt: Behalten Sie Ihre Stiefel, hier haben Sie einen halben Gulden auf a Brot. Der arme Jud g'hört zum Volk, und der reiche Wuch'rer f der dem Geschäftsmanns in der Noth als Menschen-Lederer die Haut über die Ohren zieht, g'hört trotz seiner Million zum Pöbel. Ein Dichter, der sür's Volk schreibt, seine Stoffe

