- 3 -

Reinige mich, Herr, von meinen verborgenen Feh­lern.

Ich wage es nicht, meine Augen zum Himmel zu erheben, weil ich den, der im Himmel wohnt, beleidigt habe. Auch auf Erden finde ich keine Zufluchtsstätte, denn wie könnte ich Gunst von den Kreaturen erwarten, da ich den Herrn aller Kreaturen beleidigt habe.

Mein Widersacher, der Teufel, klagt mich an und spricht zu Gott: gerechter Richter, fälle das Urtheil über den, der aus Gnaden nicht hat der Deine sein wollen, daß er mein Eigenthum werde wegen seiner Missethat. Dein ist er durch seine Natur, mein durch der Sünde Ergötzung. Dein ist er durch Dein Leiden, mein durch meine Versuchung; Dir ungehorsam, mir gehorsam. Von Dir hat er das Kleid des ewigen Lebens und der Un­schuld empfangen, von mir das zerrissene Kleid eines sündlichen Lebens; Dein Kleid hat er verloren, als er das meinige an sich genommen. Sprich das Urtheil über ihn, daß er mein Eigenthum und mit mir der Vcr- dammniß theilhaftig werden müsse.

Alle Elemente klagen mich an. Der Himmel sagt: ich habe dir das Licht zum Trost dargereicht; die Luft spricht: ich habe dir alle Arten von Gevögel zu Nutz und Dienst gegeben; das Wasser sagt: ich habe dir Flsche verschiedener Art zur Speise geboten; ich habe, spricht die Erde, dir Brod und Wein zur Nahrung ge­spendet. Aber alles dieses hast du gemißbraucht, unfern

i *