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Den Zorn des Vaters zu mildern und zu besänftigen, so viel erduldet.
O des unendlichen Zornes Gottes, o Seines unaussprechlichen Grimmes, o der furchtbaren Strenge Seiner Gerechtigkeit! Wer gegen seinen einzigen, ge- liebtesten, seines göttlichen Wesens theilhaftigen Sohn so streng ist, mcht wegen eines selbst begangenen Verbrechens , sondern weil er für den geringen Knecht bittet ; was wird er mit dem Knechte thun, der in Sünden und Missethaten sicher verharrt?
Furcht, Schrecken, Traurigkeit ergreife den Knecht über seine Werke, weil um derselben der Sohn Strafe erleidet. Der in Sünden verharrende Knecht fürchte sich, weil für dieselben der Sohn also leidet. Die Kreatur fürchte sich, die ihren Schöpfer ans Kreuz gebracht; Furcht ergreife den Knecht, der den Herrn getödtet, Furcht den Gottlosen und Sünder, der dem Frommen und Heiligen solche Schmerzen bereitet.
O lasset uns hören, geliebte Brüder, hören aus die Stimme dessen, der weinend vom Kreuze dir zuruft: „Sieh, o Mensch, was ich für dich erdulde; zu dir rufe ich, weil ich für dich den Tod erdulde. Sieh die Strafe, die auf mir liegt, die Nägel, von denen ich durchbohrt werde; kein Schmerz gleicht meinen Kreuzesschmerzen. Groß ist mein äußerer Schmerz, weit drückender aber mein innerer, da ich dich so undankbar erfinde."

