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näherte sich dem Kerker; zu gleicher Zeit wurde auch Trommel­schlag und Musik hörbar.

Jetzt endlich blickten sich die Gefangenen fragend an; die Ahnung von einem ungewöhnlichen Vorgang belebte jeden Ein­zelnen, es wurde beschlossen, daß Einer von ihnen sich dem Fenster nahen sollte, um zu sehen, was es gäbe.

An das Fenster gehen aber hieße sich dem gewissen Tode Preis geben; Einer aber mußte sich opfern, die Neugierde war zu groß.

Was bedeutet denn dieses Alles? Es wurde kein Frühmahl gebracht, kein Tritt einer Schildwache vernommen, ja selbst der Commandant und sein Inspektor, die täglich die Runde machten, waren fern geblieben, jetzt ertönte gar Trommelgerassel und klin­gendes Spiel das war etwas Ungewöhnliches in dieser schauervollen Einsamkeit.

Man beschloß, durch das Loos entscheiden zu lassen, wer sich dem Fenster nahen sollte.

Wozu loosen? rief Einer derjenigen, die sich in der Nähe des Fensters befunden, seht, mein Körper ist so siech und elend, daß mir der Tod eine Wohlthat wäre. Gern will ich die Kugel der Schildwäche empfangen.

Mühsam kletterte er zum Fenster empor, warf einen Blick hinaus und stieß einen lauten Freudenschrei aus.

In demselben Augenblick war auch die Musik näher gekom­men, welche fast von dem lauten Geschrei der Menge übertönt wurde. Ein Gefühl von Bangen und Hoffen bemächtigte sich der armen Gefangenen, Alles blickte nach demjenigen, der sich noch am Fenster befand und von der Schildwache nicht nieder­geschossen ward.

Erlösung, Kameraden, wir sind frei! stotterte er, das sind nicht Rebellen, die Brüder kommen zu unserer Befreiung, General Grant ich erkenne ihn deutlich, ach Gott, ich werde zwar nicht mehr die Freiheit genießen, aber ich danke Dir den­noch, daß Du mich diese Stunde erleben ließest, welche dem Mar­terpferch von Libby den Untergang verkündete. Ach, seid glück­lich in der^Freiheit, Brüder, grüßet die Union und das Sternen­banner.

Der Unglückliche machte eine krampfhafte Bewegung mit dem Arm und war dann leblos zusammengebrochen.