IV

der unmittelbaren Anschauung der Unterrichtsiuittel ausgehen muß, die mineralogischen Anschauungsmittel aber, meist zu klein, um von vielen Schülern gleichzeitig besichtigt zu werden, den einzelnen nach einander gezeigt werden müssen: so wird die Zeit, die der Lehrer dem einzelnen Schüler widmen kann, in einer überfüllten Klasse so kurz, daß die Anschauung oft viel zu flüchtig ist, um bildend zu sein und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Es ist für den Lehrer, der, wie der Verfasser seit einer Reihe von Jahren, den mineralogischen Unterricht in den mittleren Klassen einer stark frequeutirten Anstalt zu ertheilen hat, gewiß keine kleine Aufgabe, auch nur theilweise alle diese Schwierigkeiten zu überwinden, denen sich meist noch der Mangel eines mineralogischen Lehrbuches beigesellt. Nachdem sich der Verfasser Jahre lang vergebens nach einem solchen umgesehen, das gerade dasjenige und in passender Form enthält, was den Schülern unter den gegebenen Verhältnissen geboten werden kann, entschloß er sich endlich, um sich das leidige, zeitraubende und darum in diesem Falle doppelt verwerfliche Dictiren, den Schülern die gedankenlose Thätigkeit des Nachschreibens, deren Frucht meist ein von Fehlern strotzendes Heft ist, zu ersparen, vorliegenden Grundriß drucken zu lassen. Derselbe hat nun freilich durch eine gleichmäßigere Be­handlung des Stoffes, als sie im Unterricht möglich ist, und durch Aufnahme einiger Capitel, die beim ersten Unterricht besser unberücksichtigt bleiben, einen immerhin größeren Umfang er­halten, als ursprünglich beabsichtigt war. Doch dürfte diese größere Ausdehnung nicht mir den Vortheil bieten, das Büchlein auch für eine höhere Stufe, als für die es zunächst bestimmt ist, noch benutzbar und insbesondere zum Bestimmen von Mineralien ohne Hilfe des Lehrers brauchbar zu machen, sondern demselben vielleicht auch den Eingang in andere An­stalten eröffnen, an denen bezüglich der Klassenfrequenz günstigere Verhältnisse für den mineralogischen Unterricht obwalten.

Bezüglich der inneren Einrichtung und der äußeren Form des vorliegenden Grundrisses erlaubt sich der Verfasser noch Folgendes zu bemerken: