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demselben (hexagonalen) System angehören. Nun krystallisirt aber die kohlensaure Kalkerde, die als Kalkspath nur Formen des hexagonalen Systems zeigt, auch im rhombischen System und führt dann den Namen Arragonit. Diese Krystalle sind nicht, wie die des Kalkspaths, in 3 Richtungen spaltbar, sondern deutlich nur in einer Richtung, auch sind sie härter, haben ein höheres specifisches Gewicht und weichen auch in anderen Eigenschaften und in der Art des Vorkommens merklich vom Kalkspath ab, mit dem sie in ihrer chemischen Zusammensetzung vollständig übereinstimmend) Diese Eigenschaft einer Mineralmasse, in zwei verschiedenen Systemen zu krystallisiren, nennt man Dimorphismus (Zweigestaltigkeit) und bezeichnet solche Substanzen, wie die kohlensaure Kalkerde, als dimorph. Auch unter den chemischen Grundstoffen finden sich dimorphe. So krystallisirt der Kohlenstoff als Diamant im regulären, als Graphit im hexagonalen System; der Schwefel zeigt in der Natur sowohl, als auch künstlich aus Auflösungen (in Schwefelkohlenstoff) krystallisirt, rhombische Krystalle, während die durch Schmelzen und langsames Abkühlen erhaltenen klinorhombisch sind.
Dem Dimorphismus scheinbar entgegengesetzt ist der Isomorphismus (die Gleichgestaltigkeit) von Körpern, die verschiedene chemische Zusammensetzung haben. So krystallisiren Kalkspath (kohlensaure Kalkerde), Dolomit (kohlensaure Magnesia-Kalkerde), Magnesit (kohlensaure Magnesia), Eisenspath (kohlensaures Eisenoxydul), Zink- fpath (kohlensaures Zinkoxyd) alle im hexagonalen System und zwar in sehr ähnlichen Rhomboedern (pg. 19); Arragonit (kohlensaurer Kalk), Witherit (kohlensaurer Baryt), Strontianit (kohlensaurer Strontian), Weißbleierz (kohlensaures Bleioxyd) alle im rhombischen System; Magneteisenerz, Chromeiscnerz und Spinell in regulären Octaedern u. s. w. Aus den genannten Beispielen läßt sich übrigens schließen, daß nur solche Mineralien isomorph sind, die in entsprechender Weise chemisch zusammengesetzt sind, wobei gewisse Verbindungen, wie z. B. Kalkerde, Magnesia, Eisenoxydul, Zinkoxyd sich gegenseitig vertreten.
i) Der Unterschied in den physikalischen Eigenschaften zwischen Kalkspath und Arragonit erklärt sich aus ihrer Entstehung. Kalkspath nämlich bildet sich, wenn sich die kohlensaure Kalkerde aus kalten Lösungen, Arragonit, wenn sie sich aus heißen Lösungen abscheidet. Daher ist der aus kalkhaltigem Quellwasser in Höhlen sich bildende Tropfstein Kalkspath, der aus dem heißen Karlsbader Sprudel sich abscheidende Sprudelstein Arragonit.

