ßeste Belohnung gewährt hat, nach der ich streben konnte.
Erschrick nicht bei dem ernsten Titel: Rath an meine Tochter; hüte dich zu glauben, daß ich als ein strenger Sittenrichter oder ermüdender Moralist dich durch tiefe Systeme und trübsinnige Lehrsätze langweilen will, kurz, durch jenes peinliche Rüstzeug von Wissenschaft und Moral, welches nur zu oft diejenigen mißbrauchen, die in der Meinung die Jugend zu belehren, sie nur langweilen, taub machen, und sich für immer die jungen Herzen verschließen, deren Neigungen sie unaufhörlich widerstreben. Das ist meine Methode nicht. Belehren, ohne daß man es wahrnimmt, dem Studium durch die Wahrheit einen Reiz leihn, durch Beispiele überzeugen und vor allem durch das Gefühl Vertrauen gewinnen, das ist nach meiner Ansicht der sicherste Weg, und der einzige, den ich mit dir stets verfolgen werde.
Jndeß verberge ich dir nicht, daß die Unternehmung, die ich zu versuchen wage, groß und zart ist. Wenn ich in meinen Erzählungen versuchte, dir zu gleicher Zeit die Lächerlichkeiten, die Fehler und die liebenswürdigen Eigen-

