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Paris.
1350 Mill. Fr. steigen, beträgt aber bedeutend weniger. Die Filiale geben bis zu einer gewissen beschränkten Summe eigene Noten aus, welche von der Pariser Ban? ebenso eingelöst werden, wie ihre eigenen. Hauptsächlich aber macht die Bank der Regierung Vorschüsse, wozu sie von dieser auch besonders in der neueren Zeit häufig benutzt worden ist, und während der Unruhen der letzten Jahren hat sie viel zur Aufrechthaltung des Staatscredits beigetragen. — Außerdem giebt es in Paris noch mehrere ähnliche Privatuuternehmungen, wie das Comptoir national d’escompte, die Caisse Gouin (früher Caisse Laffitte), die Caisse pour le commerce et les che- mins de fer, die Banque du commerce, die Dotation pour le petit commerce (Bank für den kleinen Handelsstand), die Caisse des aciions reunies etc. Ferner sind im Jahre 1852 zwei neue Ereditanstalten errichtet werden, nämlich die sogenannte Banque de reports und die Societe du credit foncier de France. Das Stammkapital der ersteren ist auf 60 Mill. Fr. festgesetzt, wovon 20 Mill. in Aetien ä 500 Fr. sogleich realisirt werden sollten. Die Anstalt wird Staatspapiere, Aetien und Obligationen der autorisirteu großen Unternehmungen zeichnen und an sich bringen und dafür Obligationen im gleichen Betrage ausgeben, oder sie als Unterpfand siir Anleihen verwenden, oder aber sie gegen andere austauschen; sie wird ferner für deponirte Staatspapiere, Aetien re. Vorschüsse machen, Anleihen und große öffentliche Bauunternehmungen submissioniren, Summen zur Eröffnung von Conto's annehmen und andere Bankoperationen machen. Bis zur vollständigen Realisation des Gesellschaftskapitals dürfen die auszugebenden Obligationen nicht mehr als das 5fache des realisirten Kapitals betragen; nachher können sie bis zum l Ofachen steigen, aber sie müssen immer durch Valuten von gleichem Betrage im Portefeuille repräseutirt sein. Die Obligationen dürfen nicht anders als auf 45 Tage nach Sicht ausgestellt sein. Die Societe du credit foncier ist an die Stelle der früheren Pariser Jmmobilienbauk getreten und über ganz Frankreich ausgedehnt worden, indem sie in jedem Apellhofbezirke des Landes ein Filial errichten soll. Sie wird sogleich in den Departements, je nach Maaßgabe des Betrags der Hypothekeu- schuld eines jeden derselben 200 Mill. Fr. zu 5°/ 0 ausleihen, wovon 3,67°| 0 für wirkliche Zinsen, 0,6% für die Verwaltungskosten und 0,73% für die Amortisation, welche in 50 Jahren bewerkstelligt ist, gerechnet sind. Da sie aber nicht leicht unter 40/0 wird Kapitalien finden können, so sind ihr dazu 10 Mill. Fr. als Subvention zugewiesen. Auch sind Maaßregeln getroffen, um auch nach Erschöpfung der 200 Mill. die Darlehn der Gesellschaft auf einem mäßigen Zinsfüße zu erhalten.
Unter den zahlreichen Handelsanstalten, welche Paris besitzt, ist besonders die Börse zu erwähnen, ein Palast, der sowohl für die Geschäfte in Staatspapieren und Wechseln, als auch für die in Maaren bestimmt ist und in seinen oberen Stockwerken auch die Handelskammer und das Handelsgericht nebst allen Zubehörungen enthält. Sie ist täglich mit Ausnahme der Soun- und Festtage, von 1—5 Uhr geöffnet und der Eintritt steht allen Bürgern und selbst den Fremden frei. Von 1— V 2 2 Uhr kaufen die Wechselmäkler gewöhnlich in ihrem Kabinette auf der Börse noch inländische Fonds zum mittlen Course der gestrigen Börseuzeit. Punkt y 2 2 Uhr wird mit einer Glocke die Eröffnung angezeigt, und nun begeben sich die Wechselagenten nach dem Parquet, einer besonderen Abtheiluug des Saales, die nur ihnen zugänglich ist, aber den Augen und den Ohren jedes Andren offen steht. Die Forderungen und Angebote der verschiedenen Käufe werden hier laut ausgerufen. Durch abermaliges Läuten wird %4 Uhr der Schluß der Börsengeschäfte angekündigt, worauf sich die Mäkler wieder nach ihrem Kabinet begeben, um die Cours- notirungen zu besorgen. Schon vor der Eröffnung der Börse werden im Kaffeehause Tortoni in einem umgitterten Raume, die kleine Börse genannt, wo sich besonders die Coulissiers (s. 0 .) einfinden, Geschäfte verabredet und auch abgeschlossen. Die Coulissiers bleiben auch in der Hauptbörse noch bis 4 Uhr beisammen, und dann werden noch bis 5 Uhr Geschäfte in Maaren gemacht, unter denen die Lieferuugs- geschafte von Landesprodukten, wie Oel, Spiritus, Seife re. eine nicht unbedeutende

