Waadt, Waad oder Waadtland, franz. Pays de Vaud, Kanton der Schweiz, zwischen Frankreich, Neufchatel, dem Neuschateller See, Freibnrg, Bern, Wallis, Genf und dem Genfer See, 56 lmMeilen mit 200000 Einw. Er ist im Westen vom Jura und im Ofen von den Berner Alpen bedeckt, übrigens Hügelland mit einigen Ebenen, hat ein mildes und angenehmes, nur auf den Alpen rauheres Klima und größteutheils sehr fruchtbaren Boden. Die Rhone, welche stch in den Genfersee ergießt, bildet zum Theil die Grenze gegen Wallis; außerdem ergießt sich in diesen See die Veno ge und einige kleinere Flüsse; in den Neufcha- teller See fließen die Saane, Broye und Orbe. Im Jura ist der See von Joux. Von Gens über Lausanne nach Uverduu, Freiburg rc., und von Lausanne nach St. Maurice in Wallis sollen jetzt Eisenbahnen gebaut werden. Man erbaut Getreide, Gemüse, Obst, einige Südfrüchte, Kastanien, guten Wein, Taback rc. und zieht die gewöhnlichen Huusthiere (zum Theil Alpenwirthschaft); es giebt Rothwild, Gemsen, Alpenhasen, Murmelthiere, Siebenschläfer, viel Fische, Krebse rc.; ferner etwas Eisen, Blei und Steinkohlen, Kalk, Asphalt und Salz in dem einzigen Salzwerke der Schweiz. Die Industrie ist nicht bedeutend; im Jura werden viel Uhren, Gold- und Silberarbeiten verfertigt, auch giebt es Fabriken von Wollen- waaren und Porzellan, viel Gerbereien und Töpfereien. Die Ausfuhr von Wein, Taback, Produkten der Viehwirthschaft, Leder rc., sowie die Spedition erzeugt einen ziemlich lebhaften Handelsverkehr. Die beiden Seen werden mit Dampfschiffen befahren.— Die bedeutendsten Städte sind: Hauptstadt Lausanne (s. d.). Morsee oder Morges am Genfersee, mit 2700 Einw., Hafen und Handel. Nyon oder Rens am Genfersee, 2800 E., hat Porzellansabriken, einen Hafen und Kaufhaus. Uverdun oder Jferten am Neuschateller See, 2800 E., hat Baumwollenfabriken, Bleichen und etwas Handel. Cully am Genfersee, mit 2900 E. und starkem Weinbau. Vevay oder Vivis am Genfersee, mit 4700 E., Gerbereien, Hut-, Gold- und Silberfabrikeu, lebhaftem Handel mit Wein, Käse re. Bei Bex und Devin bedeutende Salzwerke. ■— Jetzige Geldwährung s. Schweiz. Bisher wurde hier nach Schweizerfranken zu 10 Batzen ä 10 Rappen, oder zu 20 Sous ä 12 Deniers, häufig aber auch nach französischer Währung gerechnet; das französische 5Frankenstück gilt gesetzlich 34 y 2 , im gewöhnlichen Verkehr aber 35 Batzen, der deutsche Kronenthaler 39 1 4 und 40 Batzen, der schweizer Neutbaler 40 Batzen. Der Kanton hat folgende Münzen geprägt: ganze und halbe Neuthaler, 14Loth 7V 5 Gr. f.; Stücke zu 5 und 2^ Batz., 10 Loth 12 Gr. f; zu 1 und zu 1 /b Batz., zu 1 Kreuzer und zu 1 Rapp. — Längen m a a ß. Die Elle oder der Sta- (Aune) hat 4 Fuß ä 10 Zoll ä 10 Linien und ist — 1,2 Meter. —- Getreia demaaß. Der Mnid oder Müdd hat 10 Sacs ä 10 Quarterons oder Viertel 2 10 Emines oder Jmmi a 10 Copets oder Becher und der Quarteron ist — 13Va Liter. — Flüssigkeitsmaaß. Der Char hat 16 Setters oder Eimer ä 3 BrocS a 10 Pots oder Maaß ä 10 VcrreS oder Gläser und der Pot ist — 1,35 Liter. ■— Gewicht. Der Quintal oder Centner hat 100 Pfund ä 16 Unzen ä 8 Gros oder Quentchen ä 72 Grän und das Pfund ist — % Kilogramme.

