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Petersburg.

Rub. Im Jahr 1881 liefen in Kronstadt 1668 Schiffe, inclus. 89 Dampfer ein und es liefen 1628 Schiffe aus. Unter den angekommenen befanden sich:

134 russische, incl. 42 Dampfsch. 162 holländische,

44 hannoversche,

63 amerikanische,

24 mecklenburgische. 24 oldenburzische, 27 Lübecker rc.

805 englische21 65 französische 9

105 preußische12 60 schwedische 4

39 norwegische,

82 dänische,

Der auswärtige Handel Petersburgs befindet sich größtentheils in den Händen englischer und deutscher Handelshäuser, außerdem auch schwedischer, dänischer, fran­zösischer rc., während sich die russischen Großhändler hauptsächlich mit der Be­ziehung und dem Einkauf der zur Ausfuhr bestimmten Landesprodukte, wie Ge­treide, Talg, Holz, Leder, Hanf, Flachs, Oel rc. beschäftigen. Auch die Vertheilung der Einfuhrartikel in das Innere geschieht meist durch die fremden Häuser, da sich auch fast in allen größeren Städten des Landes Kauflente fremder Nationen befin­den, mit denen die Petersburger vorzugsweis in Verbindung stehen, und der Handel mit den europäischen Waaren ist überhaupt von dem mit russischen und orientali­schen Artikeln völlig getrennt. Der Einkauf der russischen Produkte geschieht hier und in den übrigen russischen Ostseehäfen auf eine ganz eigenthümliche Art, indem die hiesigen Handlungshäuser, da es den Kaufleuten im Innern meist an dem- thigen Betriebskapitale fehlt, schon beim Abschluß des Handels entweder den ganzen Betrag, oder doch einen Theil desselben vorausbezahlen, ohne irgend eine andre Ga­rantie dafür zu haben, als die Ehrlichkeit des Verkäufers. Gewöhnlich kommen die Produktenhändler aus dem Innern oder ihre Geschäftsführer während des Win­ters, vom November bis April, nach Petersburg, Riga rc., schließen mit den da- sigen Kaufleuten Lieferungscontracte ab und diese zahlen ihnen bedeutende Summen für die Waaren, die sie erst während des Sommers erhalten sollen. Der Peters­burger Kaufmann muß allerdings seine Leute kennen, aber es ist überhaupt eine große Seltenheit, daß er für sein Vertrauen getäuscht wird. Auch die Kaufleute im Innern, welche mit westeuropäischen Waaren handeln, kommen häufig ein oder zwei­mal jährlich selbst nach Petersburg, um ihre Einkäufe zu machen, wobei sie in der Regel einen langen Credit, bis zu 12 Monat und selbst darüber, erhalten, und in der Zwischenzeit hört und sieht der Verkäufer nichts wieder von ihnen. Die aus­ländischen Handelshäuser genießen hier bedeutende Begünstigungen, die sich noch von Peter dem Großen und Katharina H. herschreibcn, so daß sie eigentlich fast gar keine Lasten der Unterthanen zu tragen haben und dennoch fast alle Vortheile der­selben genießen. Sie zahlen keine Abgaben, stellen keine Rekruten, sind keinem Gil­denzwange unterworfen und können frei durch das ganze Land Handel treiben. Der Ausländer, der sich in Rußland als Kaufmann niederlasscn will, muß aber eine genaue Kenntniß der vielen Eigenthümlichkeiten und Gebräuche bei dem hiesigen Geschäftsbetriebe, der bestehenden Handelsgesetze, des Zolltarifs und der in Bezug auf die Zölle zu beobachtenden Formalitäten, des ziemlich verwickelten Rechtsganges, der aber auch zuweilen sehr abgekürzt werden kann, rc. besitzen, alles Dinge-, die man nur an Ort und Stelle kennen lernen kann, und ohne deren Kenntniß man in großen Schaden kommen würde. Die Preise der Gewichtswaaren werden in der Regel für das Pud gestellt, bei Hanf, Flachs, Blauholz, Gclbholz, Blei und einigen anderen Artikeln jedoch pr. Berkowetz, und bei theuren Waaren, wie äthe­rische Oele, Opium, Vanille, cabardinischem Moschus, Bilurgeil rc. für das Pfund, bei orientalischem Moschus aber für die Unze. Außerdem werden verkauft: Kapern und Oliven pr. Faß von 100 Pfd., franz. Weine pr. Oxhoft, span. Weine und Eitronensaft pr. Pipe, Rum und Franzbranntwein pr. Anker, Breter pr. 240 lau­fende Fuß, Mahagoniholz pr. Quadratfuß, Häute und Pelzwerk meist pr. Stück, Zobel pr. 40 Stück, Hasenfelle, Hermelin und Grauwerk pr. 1000 Stück, letzteres