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Noch eine Frage.

Weil man doch, wie oben bemerkt wurde, im eigent­lichen Sinne nicht schreiben kann ohne zu lesen, so fragt sichs jetzt: ob es nicht wirklich zweckmäßiger sey, den Les­unterricht nach Art der sogenannten Schreib - Leslehre sogleich mit dem Schreiben zu beginnen, indem man, nach den Vor­übungen im Strichbilden,

entweder jeden einzelnen Sprechlaut, wie man ihn das erste Mal ausspricht, sogleich mit seinen Buch­staben bezeichnen lehrt;

oder indem man erst, nachdem die Kinder alle Sprech­laute dem Gehöre nach kennen gelernt haben, einen nach dem andern schreiben läßt?

Antwort.

Hätten wir für den Druck und Schreibgebrauch auch einerley Buchstaben, oder statt unserer kleinlichen, zackigen, ineinanderlaufenden teutschen Currentschrift, die lateinische, so wäre der Weg so uneben nicht. Aber gesetzt auch, es wäre dieß der Fall; so käme es doch wieder darauf an, ob es nicht natürlicher und leichter wäre, zuerst mit allen Buch­staben lesen zu lehren, und dann erst das Schreiben folgen zu lassen.

Es ist doch ausgemacht, daß ein Kind eher zwanzig Buchstaben aussprechen, als nur drey schreiben lernt. Kinder von vier Jahren können schon lesen lernen, aber nicht so leicht schreiben. Nach meinem gegebenen Lesunterrichte werden Kinder von sechs Jahren in zwey bis drey Lectionen mit allen Sprechlauten, und eben sobald mit der Aussprache aller (klemen) Buchstaben vertraut, so daß sie schon in eini­gen Wochen lesen. Nichts von der Unterhaltung und