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1109.
Keine einzige Leidenschaft wüthet mit solcher Grausamkeit, solcher Unvorsicht und Unversöhnlichkeit, als — die Eifersucht. Schmerzlich in ihrem Wesen selbst, ist sie noch verderblicher in ihren Folgen; gilt zwar für eine Probe der heftigsten zärtlichsten Liebe, aber quält den geliebten Gegenstand mehr als der bitterste Haß es thun könnte; versetzt den, welchen sie trifft, und den, welcher sie hegt, in gleich große rastlose Unruhe; saugt ihr Gift oft aus einem Nichts, und ist gemeiniglich eben so chöricht als unnütz.
1110.
Das ganze Menschengeschlecht ist ein großes Ge- mahlde aller Grade von Licht und Schatten, und eben durch diese Grade wird die schönste Haltung des Ganzen.
im.
Nicht die Dinge selbst, sondern die Urtheile von den Dingen beunruhigen den Menschen. So ist der Tod an sich nichts Schreckliches, sondern das Urtheil vom Tode, daß er etwas Schreckliches sey, das ist das Schrecklichste selbst.
1112 .
Es ist eine Thorheit darüber zu weinen, daß wir über hundert Jahre nicht mehr leben werden, als darüber, daß wir vor hundert Jahren noch nicht leb-

