284

ten. Alles kommt nur darauf an, wie edel wir gelebt haben, nicht wie lange!

1113 .

In der' ganzen Ordnung der Natur Gottes ist ! nichts zu hart und gewaltsam, nichts zu wenig und zu karg versagt, aber auch nichts zuviel und ver- > schwendet. Alles ist nach Schwachheiten und Bedürf­nissen eingerichtet, und gewisse Lücken, Entbehrungen und Versagungen sind eben so gut Wohlthaten al- die Geschenke selbst.

1114.

Schaudere nicht vor der Verwesung: daS Wei- jenkorn fault, und wird ein hundertfältiger Halm. Alles muß sterben, was zum Licht und Leben hervor­brechen soll.

1115 .

^ f

Uber die Bekümmerungen um ein künftiges Le­ben verlieren Thoren das Gegenwärtige, warum kann man ein künftiges Leben nicht eben, so ruhig abwarten, als einen künftigen Tag ?

1116.

Durch Lücken in unserer Erkenntniß, welche die Ruhe der Seele nicht stören, wird die Aussicht in das vollkommenere, alle Dunkelheiten aufhellende i Leben nur desto erfreulicher.