32 Äußerliche Krankheiten der Pferde.

steht, die versprochene Wirkung zu erfahren. Zn diesem Behufe finde ich das Blutlassen aus der, zu beiden Seiten des Halses herauf steigenden, Dros­selvene oder Lungenader, immerhin am empfehlens- werthesten und kann das Blutlassen aus der Spor­ader, im Maule, oder an sonstigen Stellen nur dann gut heißen, wenn nur etwas Blut abgezogen wird. Auch dient unter diesen Umständen die Aderlaßwunde als ein reizender Gegenstand und kann so nützlich werden.

Geschieht das Aderlässen als Heilmittel gegen bedeutende entzündliche Krankheiten, dann muß man gutgenährten Pferden wenigstens einen halben Eimer voll Blut abzapfen; sonst läßt man weniger ablau­sen, je nachdem anderweitige Verhältnisse mehr oder weniger dabei in Betracht kommen.

Sollte es sich mal ereignen, daß Pferde wäh­rend des Aderlassens schwindlig würden und nieder­stürzten, dann braucht man nur die Halsschnur los­zumachen, wornach der ganze Zufall, eben so schnell wie er entstand, wieder nachläßt.

Es ist bisweilen wohl der Fall, daß die Ader nach dem Blutlassen stark aufschwillt; auch bekom­men die Thiere dabei nicht selten Fieber. Dieses Aufschwellen rührt davon her, wenn die Thiere sich an der Krippe scheuern. Man hat übrigens keine nachtheiligen Folgen davon zu.befürchten, wenn man die Geschwulst nur sofort mit recht warmen Wasser oft und anhaltend bähet, wonach sie sich bald nieder­zuschlagen pflegt.