Äußerliche Krankheiten der Pferde. 33

34. Vom Fontanell-Legen und Haarseil- Ziehen.

Will man Pferden ein Fontanell, sei es nun in den Kehlgang, vor die Brust, unter den Bauch oder sonst wo legen, dann faßt man die Haut an der fraglichen Stelle in eine Falte zusammen und macht einen kleinen Querschnitt in dieselbe. Hier­auf löset man sie von den Fleischtheilen mit einem stumpfen Spatel oder durch - ein Stoßen mit dem Daumen ab, steckt dann ein, mit einer runden Öff­nung versehenes und wie einen kleinen Thaler gro­ßes, Stück Leder oder Hutfilz in die Höhlung und heftet die Hautlippen mit einem vierfachen Zwirn­faden lose zusammen.

Um ein Haarseil zu legen, muß man zwei solcher Haukschnitte, in einer Entfernung von etwa drei bis vier Finger Breite, machen, worauf man die Haut vom einen Loche bis zum andern von dem Fleische ablockert und demnächst ein fingerbrei­tes Stück Tuchegge durchzieht, dessen Enden nachher zusammengenähet werden.

Fontanelle und Haarseile find äußere Reizmit­tel, deren Anwendung bei allen innerlichen, entzünd­lichen Krankheiten empsehlenswerth ist, und man kann sich, beiläufig gesagt, immerhin auf die Bes­serung der kranken Thiere gute Hoffnung machen, wenn sich nach der Anwendung derselben eine tüch­tige und schmerzhafte Geschwulst bildet. Sollte diese aber binnen zwölf Stunden nach dem Legen der Fontanelle und Haarseile nicht erfolgen, dann

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