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dem Mutterhaus Ein Ganzes bilden, sind ungefähr 120 Kinder ebenfalls mit Stricken und Hackeln beschäftigt. Außerdem ist noch in Walddorf, Schlaitdorf, Rübgarten, Zillhausen, Bönnighcim die Hauben- und Kittelstrickerei eingeführt worden, und sind an diesen Orten jetzt mehrere 100 Personen beschäftigt. In den Anstalten ist das Princip der Arbeitstheilung durchgeführt, und wird jeder Anstalt, oder wenigstens jeder Person so viel möglich, nur Eine Arbeit zugetheilt. Der Verschluß aller Arbeiten geht durch das Mutterhaus und es fehlt nie an Absatz der Waaren. Der Personalbestand des Mutterhauses mit den 10 Zweiganstalten ist ungefähr 000 Personen. Die auswärtigen Anstalten werden durch Personen geleitet, welche im Mutterhaus gebildet worden sind und sich dessen Grundsätze zu eigen gemacht haben. Ueber den Zweck aller seiner Unternehmungen und seine Grundsätze spricht sich der menschenfreundliche Gründer selbst aus. Als die Basis derselben bezeichnet er „Liebe und Gerechtigkeit. Die Liebe hilft den Armen, die Gerechtigkeit ordnet die Gemeinschaft, so daß jedes Glied derselben befriedigt seyn kann." Werner ist in seinem Lebenszweck, „für Arme und Verlassene zu sorgen und ihnen die nöthige Pflege und Bildung zu verschaffen," Schritt für Schritt weiter gegangen und nun in dem Versuche begriffen, „wie der arbeitenden Klasse zu einer höheren Gesittung und zu besserem Auskommen zu verhelfen ist." Durch Landwirthschaft und die kleine Industrie der Handarbeit ist ihm dieß sicher gelungen, nämlich durch gegenseitige Gemeinschaft mit größerer oder kleinerer Betheiligung am Besitz und am Errungenen die Leute im socialen Leben emporzuheben. Aber Werner will auch die Fabriken dazu benützen, um hier „eine Association auf der Grundlage der Nächstenliebe" zu gründen. Fabriken, sagt er, können, wie sie oft Pflanzschulen für das sittliche Verderben sind, es ebenso gut für edlere Gesittung und christliche Bruderliebe werden, wenn sie von Personen geleitet werden, welche vom Geist des Ehristenthums durchdrungen sind.
Wir schließen damit diesen Abschnitt und gehen über auf die
v. Anstalten und Vereine für Kranke und Gebrechliche.
Die Fürsorge für Kranke, Alte, Gebrechliche, die hülflos sind, hat schon in alter Zeit jene öffentlichen Anstalten hervorgerufen, welche als Spitäler, Kranken- Seel- Gutleut- Bettel- Hirten- Schäfer- Siech- Häuser bekannt sind. Nach einer Uebersicht, welche aus den Jahresberichten vom Jahr 1850 entworfen worden ist, bestanden damals in Württemberg 602 Armen- und Krankenhäuser, und waren in dem Oberamt Gmünd die meisten, nämlich 20, und in den Oberämtern Calw, Neuenbürg, Tuttlingen die wenigsten, je 2, im Durchschnitt kommen auf Ein Oberamt 9 13 / 5i .

