Einleitung. 5
verdienen erwähnt zu werden: Menelaus, Nicomachus, Ptolemäus, Diophantus, Pappus, LHeon und seine Tochter Hypatia, Proclus, Jsidorus, Eutocius. Die spätern griechischen Mathematiker sind unbedeutend.
15. Unter den Römern hat die Mathematik nie sonderlichen Eingang gefunden, und kein römischer Schriftsteller hat sich durch Bearbeitung irgend eines Theils derselben ein eigenthümliches Verdienst erworben — etwa den Vitruvius ausgenommen, der über einige Gegenstände der angewandten Mathematik geschrieben hat. Ein paar römische Astronomen werden genannt: Sulpicius Gallus, anderthalb hundert Jahre vor Christo, und Manlius zu Augusts Zeiten; doch mußte sich Cäsar zu seiner Kalender-Reform eines alexandrinischen Astronomen, des Sosigenes, bedienen.
Au Augusts Zeiten lebte auch der Dichter M. Manilius, der ein Lehrgedicht, Astronomicon, verfertigt hat, das größtentheils auf UNS gekommen ist.
16. Dagegen wurde die Mathematik von einem Volke, das anfangs durch seine Barbarey und Rohheit allen Wissenschaften gefährlich zu werden drohte, mit besonderer Vorliebe ausgenommen und bearbeitet. Die Araber waren eine geraume Zeit hindurch fast die einzigen, bey welchen Mathematik anzutreffen war. Vorzüglich blühte sie vom lOten bis zum Ende des I2ten Jahrhunderts unter ihnen, während unter den europäischen Nationen Künste und Wissenschaften im größten Verfall lagen. Sie übersetzten nicht nur die Werke griechischer Mathematiker in ihre Sprache, sondern verfertigten auch selbst eine Menge eigener mathematischer Werke. Besonders bearbeiteten sie die Sternkunde mit großem Eifer, woher es gekommen ist, daß noch jetzt viele arabische Benennungen in dieser Wissenschaft üblich sind. Sie sind die Erfinder der heutigen Trigonometrie und der eigentlichen Algebra, so wie wir ihnen die Kenntniß unserer noch heutzutage gebräuchlichen Ziffern verdanken.
17. Mit der Wiederherstellung der Wissenschaften sing auch die Mathematik an wieder in Aufnahme zu kommen.

