4 Einleitung.

und wir können weder sagen, unter welchem Volk, noch zu welcher Zeit die Mathematik zuerst ein Gegenstand wissen- schaftlicher Beschäftigung wurde.

11. Die Griechen, die am meisten unter allen Völ­kern des Alterthums Künste und Wissenschaften bearbeiteten und vervollkommneten, haben auch um die Mathematik sich große Verdienste erworben; und es ist eben nicht wahrschein­lich, daß sie andern Völkern viel darin zu verdanken gehabt hätten. Doch sind nicht alle Theile derselben von ihnen mit gleichem Glücke bearbeitet worden. Die Arithmetik blieb, be­sonders aus Mangel einer schicklichen Zahlen-Bezeichnung, bey ihnen sehr unvollkommen; in der Geometrie hingegen sind sie unsre Lehrer und Muster geworden.

12. Schon in den srühesten Schulen der Philosophen der ionischen und italischen wurde Mathematik gelehrt, und die Stifter derselben, Thal es und Pythagoras, wer­den ihrer mathematischen Einsichten wegen gerühmt. Auch späterhin blieb sie ein Theil der Philosophie, und mehrere Philosophen zeichneten sich durch ihre Liebe zu ihr und durch ihre Kenntniß derselben aus. Besonders verdient in dieser Rücksicht Plato, und aus seiner Schule Eudoxus, Me- nächmus und Dinostratus genannt zu werden. Doch sonderte sich die Mathematik um so mehr von der eigentlichen Philosophie ab, je mehr sie ausgebildet und erweitert wurde.

In diese frühere Periode gehört auch Hippocrates aus Ehios, zwar eigentlich ein Kaufmann, aber den Mathematikern durch die nach ihm benannte lunula bekannt.

13 . Das goldene Zeitalter der Mathematik unter den Griechen war die Periode der alexandrinischen Schule vor Christi Geburt. In diese Zeit gehören Euclides, Ari- stäus, Timocharis, Aristyllus, Aratus, Aristarchus, Archimedes, Eratosthenes, Apollonius, Conon, Dositheus, Nicomedes, Hero, Hipparchus, Gemi- nus, Diocles, Posidonius, Theodosius.

i 4 . Auch nach Christi ®ebuit fehlte es unter den Grie­chen nicht ganz an geschickten Mathematikern. Besonders