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Von den Zahlen überhaupt.
24 . Da wir es aber bey Bestimmung dieser Mannigfaltigkeit nur mit unfern Vorstellungen zu thun haben, und selbst von dem Inhalte derselben abstrahiren, so kann auch der Begriff der Zahlen kein Object der äußern Anschauung darstellen. Noch weniger können wir uns eine Zahl, und wenn sie noch so groß ist, als etwas Ausgedehntes oder Räumliches vorstellen. Denn sie drückt kein äußerliches Ver- hältniß der Dinge, sondern ein Phänomen in uns aus.
25 . Indessen sind die Vorstellungen sinnlicher Gegenstände auch Vorstellungen. Die Mannigfaltigkeit derselben muß folglich ebenfalls durch Zahlen ausgedrückt werden. Daher wenden wir die Zahlen auch zur Bezeichnung der Mannigfaltigkeit sinnlicher Gegenstände an; und umgekehrt, gebrauchen wir wohl solche Gegenstände, um uns die Vorstellung einer Zahl zu versinnlichen, z.B. Striche oder Zahlpfennige. Aber diese Dinge sind nicht das Object der Vorstellung der Zahl selbst.
Daß die Vorstellung der Zahlen nicht durch die sinnlichen Gegenstände in uns erzeugt wird, sondern daß das Object derselben in unserm Gemüthe selbst liegt, zeigt sich schon daraus, daß wir Zahlen nicht bloß bey sinnlichen Gegenständen, sondern bey allen Arten unserer Vorstellungen auf gleiche Weise gebrauchen, welches bey andern, von sinnlichen Gegenständen abgezogenen, Begriffen nicht möglich ist.
26 . Die Vorstellung eines Mannigfaltigen begreift die Vorstellung dessen, woraus das Mannigfaltige zusammengesetzt ist, oder des Einzelnen, als integrirenden Theils des Mannigfaltigen, in sich. In so ferne sich nun das Mannigfaltige uns als Zahl darstellt, stellt das, woraus das Mannigfaltige besteht, sich uns als Einheit dar. Hiernach kann die Einheit selbst nicht eine Zahl genannt werden; sondern sie ist das, woraus die Zahl zusammengesetzt wird. Allein da alles, was die Mannigfaltigkeit der Vorstellungen betrifft, zu den Zahlenbegriffen gehört, und die Größe dieser Mannigfaltigkeit unendlich verschieden seyn kann, folglich in die unendliche Reihe dieser Größen auch der Fall gehören muß, wo das Mannigfaltige — l ist, oder wo es aufhört ein Mannigfaltiges zu seyn; ja selbst der Fall, wo gar nichts

