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ſagt mir, ob ihr je eine Gemahlin zur Ehe gehabt? Ja, entgegnete Oltavianus, und wegen ihr bin ich der Allertraurigſte auf Erden; ich glaube gewiß, daß all das Traurige, was ich bis auf dieſen Tag erlitten, meiner Sünden Schuld ſei, weil ich meine Gattin unſchuldiger Weiſe ſo freventlich behandelt habe.
Wie denn? fragte Lion, als wüßte er Nichts von der Sache. Oktavianus fuhr fort: ſie war fromm ge— gen mich und Jedermann, und ich hatte ſie von Herzen lieb, aber wegen einer auf ſie erdachten Bosheit habe ich ſie aus meinem Lande vertrieben. Dieſe Bosheit kam von meiner Mutter her; meine Gemahlin gebar mir zwei ſchöne Söhne. Da überredete mich meine Mutter, ſie wären nicht von meinem Saamen. Darum wollte ich meine Gattin verbrennen laſſen, aber es wurde für ſie gebeten und ich ſchickte ſie mit ihren Kindern ins Elend. Gar oft und viel hat es mich ſeither gereut| und ich habe keine Freude noch gute Stunde mehr gehabt. Als der Kaiſer Alles, was ſich begeben, nach einander erzählt hatte, ſprach Lion: lieber Herr und Kaiſer, wie nennt ſich euer Mingenoſſe? Oktavianus erwiederte: er nennt ſich Florens; aber meiner Lebtage habe ich keine zwei Männer geſehen, die einander von Geſicht und Geberde ſo gleich geweſen, als ihr; darum ſollte man glauben, ihr wäret zween leibliche Brüder.
Bald konnte ſich Lion nimmer enthalten, er ſprach: lieber Herr und Kaiſer, wenn eure Gemahlin vor eure Augen geſtellt würde, glaubt ihr, daß ihr fie kennen würdet? Fürwahr, ſehr wohl, entgegnete der Kaiſer; aber, Gott erbarms, ich bin wohl ſicher, daß ich ſie nicht mehr ſehen werde, Da nahm Lion den Kaiſer

